Canon EOS 300D

Am 4. März 2004 erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch und bestellt die Canon EOS 300D bei Foto Austria gefunden über geizhals.at. Am 5. zu Mittag war sie da. Das 24 Stunden Lieferservice funktionierte ausgezeichnet. Mit der 10D haben schon etliche Amateure wunderbare Aufnahmen geschaffen und sie ist sicherlich für Astrofotografie besser geeignet als die 300D. Allerdings ist die 300D finanziell absolut am obersten Ende meines Geldbeutels angesiedelt. Die 10D ist für mich unerschwinglich.

Die Vorteile der 300D gegenüber anderen Digitalkameras: Sie ist eine SLR Kamera - mit einem T2 Adapter kommt man fokal an jedes Teleskop, sie ist leicht und hat die Möglichkeit der manuellen Belichtungssteuerung. Die Empfindlichkeit ist regelbar zwischen 100 und 1600 ASA, wobei die bereits von anderen gewonnen [Darkframes] eine max. Belichtungszeit von ca. 300 Sekunden bei 800 ASA nahelegen. Ein Nachteil bei der Deepsky-Fotografie - besonders von Gasnebeln ist die geringe Rot-Empfindlichkeit.

Das erste Teil, das ich dazu kaufte war ein gebrauchtes Canon AF Objektiv 38-76mm, wobei die Brennweite durch die Chipgröße realen 60,8-121,6mm entspricht (x1,6). Das 38-76mm wurde aber schon wenig später durch ein 28-80mm, ebenfalls von Canon ersetzt.

Als zweites musste für Astro-Anwendungen ein Kabelauslöser herm weil man sonst nur 30 Sekunden belichten kann. Der originale RS-60 E3 kostet bei 20Euro - nicht die Welt aber es geht auch billiger. Der RS-60 E3 Kabelauslöser schließt nur über einen 2,5mm Stereo Klinkenstecker zwei Kontakte und sowas ist schnell selbst zusammengelötet. Man benötigt einen 2,5mm Stereo Klinkenstecker, ein 3poliges Kabel, einen Taster, einen Schalter und ein kleines Gehäuse. Ring und Mantel werden mit dem Taster verbunden und bedienen den Autofokus, Spitze und Mantel werden mit einem Mikroschalter verbunden und bedienen den Auslöser. Das wars auch schon. Selbst wenn man alle Teile kauft kommt man schwer über 5 Euro. Und da ich über eine einigermaßen ausgestattete Wühlkiste verfüge, war das einzige fehlende Teil der Klinkenstecker. Kostenpunkt des ganzen daher 0,80 Euro.

Schnell stellte sich heraus, dass es trotz Kabelauslösers fad ist wenn man Serienaufnahmen fertigen möchte, wie es bei der digitalen Astrofotografie normalerweise üblich ist. Daher suchte ich nach Ersatzmöglichkeiten. Für die Canon 10D existiert der TC-80N3 um ca. 130, der Anschluss Stecker ist jedoch nicht mit der 300D kompatibel. Ein Adapter ist aber im Selbstbauverfahren herstellbar - außerdem könnte man auch den 10D Stecker einfach absäbeln und durch den 300D Klinkenstecker ersetzen. Der Selbstbau eines Timers würde vom Material her auch um die 100 Euro kosten. Das zahlt sich kaum aus.

Im März 2004 konnte ich ein gebrauchtes 76-210mm Canon Zoom-Objektiv günstig erwerben. Dazu stolperte ich auf ebay über 2 nützliche Zubehörteile: Batterien (BP511), die nicht einmal ein Zehntel dessen kosten, was man hierzulande dafür berappen muss und einen M42-Canon EOS Adapter. Danach legte ich mir - auch über ebay - ein M42 [100-300er Objektiv von Tokina] zu. Es war sehr günstig, hat aber scheinbar eine verspannte Optik, was sich in leicht dreieckigen Sternabbildungen äußert.

Alle Linsenoptiken liefern starke Blausäume um hellere Sterne. Lösungsmöglichkeiten: Baader Kontrast-Booster, Baader Fringe-Killer (konnte ich noch nicht ausprobieren) oder ein Gelb-Filter. Da die Filter einen 2" Durchlass haben sollten, ist der Gelbfilter natürlich die günstigste Variante - allerdings um den Preis der Verfärbung. Die lässt sich aber nachträglich via Phtoshop wieder ausgleichen. Eine Spiegeloptik hat das Problem erst gar nicht. Das 90/500 MAK liefert sehr schöne Abbildungen bis zum Bildfeldrand ohne die Blausäume. Ein UV-Filter hilft übrigens nicht.

15. Mai 2004: TC-80N3 bestellt und wenige Tage später auch erhalten. Schon nach wenigen Wochen hat sich der Timer zum wichtigsten Zubehörteil entwickelt. Der ist jeden Euro wert!

Neue Firmware aufgespielt. Wenn man die Garantie nicht verlieren will ist es absolut nicht zu empfehlen den Crack aufzuspielen. Ich habs trotzdem riskiert und es hat problemlos funktioniert. Die Canon schafft jetzt 3200ASA, was man für Sternfotos wohl nicht gebrauchen kann, da sich - wie bei der 10D - die Empfindlichkeit nicht wirklich erhöht und wohl auch das Rauschen drastisch zunimmt. Zusätzlich gibt es nun aber auch eine Spiegelvorauslösung und das ist kein schlechtes Feature bei Astroaufnahmen. Die Firmware zur Spiegelvorauslösung hat sich mittlerweile gut bewährt.

Da ich drei kurzbrennwweitige FH Refraktoren im Bereich f/5-f/8 habe, hab ich nach Lösungen gesucht die Bildfeld-Randverzeichnung zu verbessern. Mitte September 2004 kaufte ich dann den TeleVue Flattener für den Bereich f/6-f/8 (Brennweitenverlängerung 1,02). Das Foto des [Helixnebels] entstand mit dem Flattener (kein Farbfilter). Das Ergebnis ist eine bemerkenswerte Verbesserung der Randschärfe - natürlich im Rahmen dessen was ein so kleiner FH leisten kann.

Foto- und andere Links zur Canon 300D

Astromike
Timer und Spannungsversorgung im Selbstbau
J.Weingrill
Open Challenge Astrofotos von Digicam Besitzern
Darkframes J.Carr
Zumstein-Foto
Astronomische Nutzung der 300D (franz. Seite)
Alles rund um die 300D
Usage of the TC-80N3
Tipps zur D60, D10 und 300D

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