Selbstbauprojekt Astrotaschenlampe

Jeder der Astronomie betreibt kennt das - eine Rotlichtlampe ist für die Sicherung und Erhaltung der Dunkeladaption unumgänglich. Nun gibt es sicher Bastellösungen mit Taschenlampen und Rotfolie, jedoch ist die Stromaufnahme einer normalen kleinen Glühbirne relativ hoch und der Wirkungsgrad niedrig. So bietet sich als sehr brauchbare Alternative eine im Stromverbrauch viel sparsamere LED (Licht Emittierende Diode) an.

Will man den Beobachtungsplatz verlassen, ist allerdings eine helle Taschenlampe mit engerem Lichtkegel zum Packen etc. nützlich. Auch hierfür gibt es LEDs mit hoher Lichtausbeute. So entstand die Idee zwei Lampen in einem kleinen Gehäuse zu vereinen. Bei der hier verwendeten 9V Block-Batterie ist das Gehäuse etwa so groß wie zwei aufeinandergelegte Zündholzschachteln. Und so sieht´s aus wenn´s fertig ist...

Was man so braucht

1 LED weiß 5mm, 4300mcd, 3V, 12mA *)
1 560 Ohm Kohleschichtwiderstand
1 LED rot, 5mm 5V 12mA 182427-13
1 330 Ohm Kohleschichtwiderstand 400190-hk
2 LED Fassungen 5mm Innenreflektor 178969-hk
1 Kunststoff Gehäuse (5,5x3,5x3cm) 522341-hk
1 Batterieclip f. 9V Block 490660-hk
2 Mikro-Schiebeschalter 438170-13
1 9V Blockbatterie

Bestellnummern lt. http://www.conrad.at. Hier kann man sich alle Teile in Ruhe angucken, einkaufen würde ich aber eher bei einem lokalen Elektronikhändler, weil die Einzelteile im Wert (ca. 3 Euro!) unter den üblichen Versandkosten liegen.

*) Eine entsprechende LED konnte ich leider bei Conrad nicht finden, Datenblatt etc. gibt es aber unter http://www.led-welt.de/

Wichtig: Falls man LEDs mit anderen Grundparametern verwenden will, muss man die Vorwiderstände anpassen: Die Versorgungsspannung beträgt hier 9V, die Durchlassspannung einer LED nV. Es besteht also eine Differenz von 9 minus "n" Volt, die durch den Widerstand geregelt werden muss. Diese Differenz wird durch die LED-Stromaufnahme von "x" mA (Milliampere) geteilt: Also (9-n)/x Beispiel: die rote LED hat 5V und 12mA (Milliampere) daher: (9-5)/0,012 ergibt 333,33 Ohm. Da gewisse Toleranzen bestehen passt hier der 330 Ohm Widerstand gut.

Die rote LED strahlt im zentralen Teil des etwas breiteren Lichkegels von ca. 20° mit einer Helligkeit von etwa 300mcd (Mikrocandelar) - bei dunkeladaptierten Augen ist das gerade noch nicht störend. Bei der hellen LED kann man ab ca. 1700mcd starten, die richtigen Knaller geben 5000mcd - der Stromverbrauch ist trotzdem äußerst gering (Höhlenlampen sind z.B. mit solchen LEDs bestückt).

LED1=Rote LED
LED2=Hell LED (Weiß)
R1=Kohleschichtwiderstand 330kO
R2=Kohleschichtwiderstand 560kO
SW1,SW2=Schiebeschalter

Arbeitsvorgang

1.) Bohren: Zwei 8mm Löcher für LED Fassungen und 2 Schlitzlöcher (ca. 3mmx6mm) für die Schalter. Alle Löcher müssen sich auf eine Gehäusehälfte beschränken (die Batterie verbraucht die andere Hälfte).

2.) Fassungen einstecken; die Mikroschalter werden am Besten mit je einem Tropfen Superkleber-Gel am linken und rechten Rand ins Gehäuse eingeklebt.

3.) Verkabeln und verlöten lt. Schaltplan. In der Box ist wenig aber ausreichend Platz - daher kurze Drähtchen nehmen bzw. so viel als möglich direkt mit den Füßchen der Widerstände und LEDs verlöten. aufpassen auf ungewollte Kontaktstellen (Kurzschluss). LEDs haben verschieden lange Beinchen - das kürzere wird an die Masse (-) angeschlossen. Falls eine LED verkehrt herum eingelötet wurde, gibt sie kein Licht, weil LEDs wie jede Diode den Strom nur in einer Richtung durchlassen.

Beide Mikroschalter haben übrigens drei Füßchen - beim On/Off Schalter (SW1) bleibt das linke oder rechte frei.

4.) Probelauf, Batterie rein, Deckel drauf.

Ich habe fertig

Nach einer Gesamtarbeitszeit von ca. 40 Minuten ist eine kleine individuelle Astro-Taschenlampe entstanden, die viele 100 Stunden Brenndauer hat. Die Rot-Lampe ist hell genug, um Karten zu lesen, Einstellungen vorzunehmen oder ähnliches mehr. Die weiße-LED gibt mehr als genug Licht, um auch mal im Gras nach runtergefallenen Kleinteilen zu suchen.

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