Selbstbauprojekt motorisierter Okularauszug

Schaltpläne und Originalartikel: Peter Katreniak unter http://www.pk3.org/Astro/astrophoto_ef.htm

Tuning ist eine feine Sache - nicht nur bei Autos - jedoch kostet eine OAZ Motorisierung jenseits der 200 Euro. Soviel wollte ich für einen kleinen Motor plus ein paar Elektronik Bauteilen nicht ausgeben. Recherchen zum Selbstbau führten auf folgende Seite: [Link]

Die Material Liste stammt ebenfalls von dieser Seite, die auch gleich ein paar Links (Schaltplan für Handsteuerbox) und wertvolle Tipps bereithält (leider ist die Materialliste nicht komplett). Und hier sind meine eigenen Erfahrungen damit zusammengetragen. Am Ende soll der Motor den Okularauszug mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten (per Umschalter) vor und zurück bewegen (mittels Taster).

1 - Teile bestellen

Ich kam leider drauf, dass die besuchten Internetseiten schon gewisse Elektronikkenntnisse voraussetzen, weswegen vielleicht die Teilelisten nicht komplett angegeben wurden. Ich hatte einige Mühe den genauen Materialbedarf zu ermitteln (für mich als kompletten Elektronik-Blinden klingen Namen wie "1N4148 100V 150MA" so aussagekräftig wie ein Bantu-Dialekt. Ich hatte ja schon Probleme das Wort Motorumpolrelais zu lesen! Moto Rumpol Rel Ais *grübel* Mot Orum Polre Lais *auchnicht...ha jetzt* Mot Orump Olrela Is *nagehtdoch*). Schließlich konnte ich doch eine komplette Liste der Komponenten zusammenstellen. Der Preis von weniger als 50 Euro (inkl. Mwst., Versand- und Verpackungskosten im Juli 2003) ist sicher einigermaßen interessant im Vergleich zu vorgefertigten Motorisierungen.

MengeProduktbezeichnungArtikelnummer
1Getriebemotor RB 35 1:50227552-hk
1Schneckenradsatz+236900-hk
1Motorumpol Relais 12V505013-hk
1Softlinegehäuse541214-hk
1Zener Diode 1,3W 6,2V180599-hk
61N4148 100V 150MA162280-hk
1EL Kondensator 220uF 16V468312-14
1Kondensator 0,1uF KDPU 2,54mm453099-14
1WMA MKS4 0,1uF455270-13
1Drucktaster Grün701116-hk
1Drucktaster Rot701115-hk
1Mini Schiebeschalter Print Anschluss708046-14
2Buchse 2,1mm733180-13
1Stecker 2,1mm733164-13
1Steckernetzgerät PA 300510200-14
1Hartpapier Lochrasterplatte 50x100528404-13

2 - Die Elektronik

Nochmalige Auflistung aller Teile und Bezeichnung lt. Schaltplan

D1, D2, D4, D5, D6=Dioden 1N4148 100V 150MA
D3=Zener Diode 1,3 WATT 6.2 V
C1=Elko 200uF / 16V
C2=Keramikkondensator 100nF
C3=1 Folienkondensator 100nF / 100V
SW1, SW2=Taster
SW3=Schalter
Re1=Motorumpol Relais 12V

Weiters: Lochrasterplatte, 12V Spannungsversorgung, Stecker, Netzgerät, Laubsäge, Lötkolben, Abisolierzange, Seitenschneider, ein paar dünne Drähtchen...
Und jetzt kann´s losgehen

Ablauf:
Zeitaufwand - für mich als blutigen Anfänger waren´s bis hierher ca. 2 Stunden; ich musste aber auch zwischendurch den Schaltplan immer wieder sehr genau unter die Lupe nehmen und lang nachdenken wie´s weitergeht. Alles in allem: Ich hab´s mir schlimmer vorgestellt als es war. Die Fotos zeigen recht gut, wie toll ich mit dem Lötkolben umgehen kann - but who care´s - schlussendlich hat das Teil funktioniert.

Am Ende hab ich die Drähte für die Spannungsversorgung verkehrt herum eingelötet, dann war der Elko hin! Als Folgeschaden war auch die Zener Diode, die ziemlich knapp neben dem Elko lag kaputt. Der Schaden war aber schnell behoben und Lehrgeld zahlen (ca. 80 Cent) gehört eben dazu.

Noch ein Wort zur Geschwindigkeitsumschaltung: Strom nimmt immer den bequemsten Weg. Ist der Speed-Schalter geschlossen fließen daher ungehindert 12V in den Motor. Öffnet man den Speed-Schalter wird der Strom gezwungen den Weg über die Zener Diode zu nehmen. Bei der angegebenen 6V Zener Diode kommt eben nur mehr die halbe Spannung durch und der Motor dreht sich auch nur mehr mit der halben Geschwindigkeit. Selbstverständlich ist auch das Anlöten einer 8V statt der 6V Zener Diode möglich. Die Steuerung bewirkt außerdem, dass der Motor keinerlei Nachlauf hat - er stoppt sofort beim Loslassen der Taster. Wichtiger Tipp: Nicht versuchen gleichzeitig den Motor laufen zu lassen und die Geschwindigkeit umzuschalten - das zerstört die Zener Diode.

Stecker für Motor und Ausschnitt für Stromkabel

Gehäuseboden und Platine

Plattenbestückung

Unterseite mit Motorumpolrelais

Vor dem Zusammenbau

3 - Der Motor und die mechanischen Teile

Für den Antrieb wird ein Handrad entfernt und das Zahnrad mit einer längeren (2-2,5cm) 3mm Schraube anstatt dem Handrad an die Achse des OAZ Triebes montiert. Das Zahnrad wird auf dieser Schraube mit einer Flügelmutter und dazwischen gelegtem Sprengring fixiert. Das entspricht im wesentlichen einer einfachen Kupplung, die mir erlaubt vom Motor- auf Handbetrieb umzustellen. Also zusammengefasst: 3mm Schraube - Flügelmutter drauf (Flügel Richtung Schraubenkopf) - Zahnrad drauf und in die Triebachse schrauben.

Bei Motor und Schnecke besteht leider ein Durchmesser-Problem. Die Motorwelle muss erst von 6mm auf ca. 3mm abgedreht werden (z.B. bei laufendem Motor mit einer Schleifscheibe).
Als nächstes musste ein Metallwinkel gebogen werden. Der wurde anschließend an einer Stelle vor der Okularauszugwelle angeschraubt (im Inneren des OAZ ist hier Platz genug für zwei Schrauben). Für die Motorbefestigung am Metallwinkel gibt es sicherlich mehrere gute Möglichkeiten - ich hab´ mich für kleben entschieden. Zuerst den Motor in der richtigen Lage mit Kontaktkleber fixieren, dann mit Füllkleber einzementieren. Sitzt - passt - hält!

Alles in allem eine lohnenswerte Erfahrung für einen kompletten Elektronik-Laien und letzlich funktioniert das ganze wunderbar! Bei normaler Geschwindigkeit fährt der Okularauszug übrigens mit 1,12mm/Sekunde, bei niedriger Geschwindigkeit mit 0,64mm/Sekunde und das ist schon eine ziemlich feinfühlige Angelegenheit.

Alles fertig

zurück zur Übersicht

Diese Seite ist Teil eines [Framesets]