2004-Sep-13

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:00-23:00MESZ
Seeing nach Pickering: -
Grenzgröße: 4,6mag
Beobachtungsgeräte: Refraktor FH 102/500
Thema: Helixnebel (NGC 7293) [Querverweis: Bericht vom 28. Oktober 2002]

Der Helixnebel liegt in einem sternarmen Gebiet und noch dazu sehr horizontnah. Per Starhopping ist er daher schwer zu erreichen. Mit einer parallaktischen Montierung ist es einfach die Stelle zu finden, an der er steht. Zeta Aquarius liegt beinah auf der selben Rektaszension. Stellt man diesen hellen Stern ins Okular, braucht man nur noch 20 Grad in Deklination nach Süden zu schwenken und ist ziemlich nah am richtigen Ort.

Der Planetarische Nebel erscheint als in der Mitte etwas dunkleres Scheibchen mit einer Größe des halben Vollmonddurchmessers. Die Gesamthelligkeit liegt bei ca. 7,3mag. Wegen der beträchtlichen Größe beträgt die Flächenhelligkeit jedoch nur 13,6mag. Das ist visuell je nach Himmelsaufhellung eine harte Nuss im städtischen oder Vorstadt-Bereich oder auch relativ einfach im Hochgebirge. Grade im Stadtbereich ist weniger die Teleskopöffnung wichtig als eine gute Transparenz, eine große Austrittspupille und ein UHC Filter. Von meinem Wohnort aus ist der Helixnebel meistens nur in zwei bis drei Nächten pro Jahr machbar. Struktur ist natürlich keine erkennbar - alles was man sieht ist ein erstaunlich großer, sehr weich gezeichneter Fleck, der sich schwach vom Himmelshintergrund abhebt. Den richtigen Ort sollte man sehr genau kennen, sonst übersieht man den Nebel außeordentlich leicht.

Dass er visuell immer wieder eine Herausforderung darstellt, zeigt sich allein darin, dass ihn die Herschels nie verzeichnet haben. Entdeckt hat ihn schließlich um 1820 Karl Ludwig Harding, der übrigens auch für die Entdeckung des Kleinplaneten Juno zeichnet. Harding beobachtete mit einem 10füßigen Refraktor von Dollond.

Der Helixnebel scheint der nächste planetarische Nebel zu sein. Und wenn auch die Angaben zu seiner Entfernung ziemlich schwanken, sind sich doch alle über die relative Nähe einig. Van Maanen gab als ersten Wert 85 Lichtjahre an, Becvar bestimmte 1961 den Wert zu 590Lj. Kohoutek maß 1962 280Lj. Der Sky Catalogue 2000.0 gibt 300Lj Distanz an und O'Dell 1963 450 Lichtjahre. Die neuesten Werte liegen alle um 500 Lichtjahre. Der Durchmesser des visuell sichtbaren Bereiches liegt bei realen 2,5 Lichtjahren.

Die in den roten Linien an eine Helixstruktur erinnernde Form gab NGC 7293 auch den Namen. Der recht große PN wird von einem weitaus größeren Halo umgeben. Dieser misst etwa Vollmonddurchmesser und ist sehr selten auf Amateuraufnahmen zu sehen. Eine Besonderheit des Helixnebels stellen die knotenartigen Verdichtungen innerhalb des Nebelkörpers dar. Sie wurden Ende der 60er Jahre durch Baade entdeckt und sind 1996 mittels HST Aufnahmen sehr detailliert abgebildet worden. Die Knoten sind auf Instabilitäten des ehemaligen Roten Riesen respektive seines Sternwindes zurückzuführen und sind somit älter als die Nebelhülle. Die Knoten befinden sich zwischen dem [NII] und dem stärker ionisierten [OIII]-Bereich des Nebels. Sie bewegen sich nur halb so schnell wie der Shell des PN. Die scheinbare Größe dieser Knoten beläuft sich auf etwa 2'' was einer tatsächlichen Größe von bis zu 300AE entspricht. Die Knoten emittieren hauptsächlich in der [NII]-Linie. Der Zentralstern ist etwa 120 000K heiß und mit 13,43 mag mit mittleren Fernrohröffnungen sichtbar. Er gehört zur Gruppe der DAO Zwergsterne was auf starke Wasserstoff und Helium Emissionen hinweist.

Fotolink Helixnebel

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