2004-Aug-15

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:00-23:30MESZ
Seeing nach Pickering: -
Grenzgröße: 3,5mag
Beobachtungsgeräte: Leitrohr 80/400, 90/500 MAK mit Canon 300D
Thema: M15, M73

M15 ist einer der einfachen und schönen Kugelsternhaufen des M Kataloges. Dank der Höhe über dem Horizont ist er auch aus der Stadt ein schönes Objekt. Mit dem kleinen 3 Zöller bei 16facher Vergrößerung kurvte ich an die entsprechende Stelle im Pegasus - und hätt ihn fast übersehn. Zu klein und sternförmig ist das Objekt bei der niedrigen Vergrößerung. Die Lage ist jedoch sehr prägnant - eingebettet in das rechtwinklige Sterndreieck, das auch auf dem Foto gut herauskommt, liegt der KS am Ende des ersten Drittels der längeren Kathete. Im 9mm Okular ist der KS eindeutig kein sternförmiges Objekt mehr. Er hat einen deutlichen Halo, wobei die Zunahme der Helligkeit zur Mitte hin äußerst schnell ist.

M 15 ist vielleicht der dichteste aller Kugelsternhaufen in unserer Galaxie. Das Hubble Space Telescope hat das Zentrum photographisch aufgelöst. Es beherbergt vielleicht ein supermassives Objekt, vergleichbar mit den supermassiven Objekten in galaktischen Kernen. Jenes in M 15 gehört zu den nächsten, nur wenig weiter entfernt als das galaktische Zentrum, und ist daher für uns besser zu beobachten, zumal der Haufen erheblich weniger von dazwischenliegender interstellarer Materie verdeckt wird.

M 15 war der erste Kugelsternhaufen, in dem man einen planetarischen Nebel, Pease 1 bzw. K 648, identifizieren konnte (Pease 1928, auf Photoplatten, die 1927 auf Mt. Wilson aufgenommen worden waren). Im Jahre 1976 berichtete Peterson über einen möglichen zweiten planetarischen Nebel in diesem Kugelsternhaufen, der sich in der Nähe des Zentrums befindet; dies ist jedoch seitdem nicht bestätigt worden.

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Der letzte Besuch von des kleinen Sternknotens M73 ist schon ein Weilchen her - 7. Oktober 2002. Bei dem schlechtem Himmel heut und der kleinen Öffnung war M73 immerhin nicht ganz leicht zu identifizieren. Die Sternchen sind auch ziemlich schwach. Drei der vier Sterne haben Größen zwischen 10 und 11mag, der vierte und schwächste hat eine Helligkeit von nur 12mag. Messier selbst hat das Objekt folgendermaßen beschrieben:
"Ein Haufen, bestehend aus drei oder vier Sternen, der auf den ersten Blick einem Nebel ähnelt, der jedoch sehr wenig nebelhaftes enthält...."
Obwohl die Beschreibung eindeutig wiedergibt, dass es diese Gruppe war, die von Messier beobachtet und vermessen worden war, fehlt sie in einigen Versionen des Katalogs, da sie als "unsicheres" Objekt eingestuft worden ist; Dreyer hat sie jedoch in den NGC aufgenommen.

Was bis zum heutigen Tage noch geklärt werden muss, ist der Nachweis, ob die vier Sterne in M73, oder zumindest einige von ihnen, physikalisch zusammenhängen. Es gab immer eine große Zahl von Astronomen, die die Ansicht vertraten, daß es sich um einen Asterismus - eine zufällige Gruppierung - handelt, die sich alle in verschiedenen Entfernungen befinden. Andere, wie zum Beispiel auch Dave Malin vermuten, dass es sich bei M73 um einen echten kleinen Haufen handeln könnte. Im Mittel befinden sich dort 60 Sternen pro Quadratgrad, die heller als 12 Magnituden sind. Die Wahrscheinlichkeit vier dieser Sterne durch Zufall in einem Teil des Himmels mit einem Durchmesser von einer Bogenminute zu finden, beträgt etwa 2 zu einer Milliarde. Damit sprächen die statistischen Daten eher für einen Sternhaufen. Andererseits gibt es 150 Millionen dieser kleinen Himmelsausschnitte, so daß die Wahrscheinlichkeit für die Existenz eines derartigen Asterismus nur noch eins zu vier beträgt.

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