
Der Ferienort Berg liegt im Drautal auf 692m Seehöhe eingebettet zwischen der Kreuzeckgruppe im Norden und den Gailtaler Kalkalpen im Süden. Nördlich der Drau, auf der Sonnenseite, überwiegen in den Hochgebirgsregionen sanfte, grasbewachsene Glimmerschieferformationen. An den Berghängen und im Tal gibt es ausgedehnte Wiesen und Wälder mit Fichten und Lärchenbestand. Südlich der Drau bilden schroffe Kalkwände und steil abfallende Hänge mit dichten Nadelwäldern einen eindrucksvollen Gegensatz zur Nordseite. Durch die warmen Einströmungen der Mittelmeerluft aus dem Süden und die abhaltene Wirkung der Hohen Tauern gegen Witterungseinflüsse aus dem Norden hat das Oberdrautal ein mildes Klima. Von Berg aus sind es mit dem Auto nur noch wenige Kilometer aber viele Serpentinen und 1000 Höhenmeter bis zum El Dorado der Amateurastronomen - der Emberger Alm.

Das milde Klima sorgt auch für mehr Sonnentage im Jahr als an anderen Orten Österreichs. Bloß im heurigen Jahr ist es fast unmöglich mehr als drei Tage im vorhinein einen Astroausflug zu planen. Zu unsicher ist die Großwetterlage. So überlegen wir lang (und auch noch andere Gründe lassen den Kurzurlaub fast scheitern).
Letztendlich entscheiden wir uns doch zu fahren. Babsi von der STELLA ist so nett mich im Kofferraum mitzunehmen und von Bayrischer Seite düsen Andy vom Kl.Obs. und Thomas von der AVOS nach Berg zum MAT (Miniatur-Albireo-Treffen). Am Anreisetag (Dienstag) siseht´s sehr durchwachsen aus. Warme Temperaturen sorgen für rasch entstehde Wolken über dem Tal.
Wir beschließen daher an diesem Abend nicht auf die Emberger Alm zu fahren sondern im Tal zu bleiben und nur die Feldstecher auszupacken. Trotz immer wieder aufsteigendem Dunst zeigt sich in den Wolkenlücken wie genial der Himmel hier sein kann. Phasenweise ist die große Schildwolke, M24 und die Milchstraße bis hinauf zum Schwan hervorragend sichtbar. So gelingt mir auch die Erstsichtung des Kugelsternhaufens M55, der genau in einem Taleinschnitt, knapp über den Baumwipfeln einige Minuten leicht erkennbar ist, bevor er wieder im Dunst verschwindet. Zwischendurch lassen sich auch ein paar frühe Perseiden sehen.
Als letze Aktion dieses Dienstagabends plant ich noch ein schnelles Strichspurfoto, stelle die D300 einfach aufs Stativ, wechsle noch den Akku und in dem Moment geht das Licht im Dorf aus. Mitternacht und die Straßenbeleuchtung wird komplett abgeschaltet. Was für ein wunderbares Umfeld für astronomische Streifzüge. Trotz Dunst und Wolken sieht man die helle Milchstraße im Schützen.

Mittwoch: Das Wetter sieht wieder nicht vielversprechend aus, der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Wir brechen trotzdem Vormittags auf die Emberger Alm auf. Fast 1000 Höhenmeter und 30 Minuten später stehen wir vor dem Alpengasthof Sattlegger und beobachten die Wolken.

Noch versteckt sich die Sonne, aber Andy - unser Sonnenpapst und ständiger Wetteroptimist - baut trotzdem schon mal sein Coronado H-Alpha Solar Maxl auf. Fürs Weißlicht steht ein ausgesucht hervorragender 127er TS Refraktor mit Herschelkeil zur Verfügung und zur Vervollständigung des Sonnentrios stelle ich noch den kleinen 80/400 Refraktor aufs Fotostativ...

..und Babsi genießt inzwischen den Ausblick über das Drautal und fotografiert die Paragleiter...

...und schließlich...SONNENALARM!!! Die Sonne zeigt sich in größeren Lücken von ihrer besten Seite mit prominenten Filamenten, einem deulichen Flare und einigen Protuberanzen. Ein Lekerbissen im H-Alpha Teleskop, aber auch im TS Refraktor ist die größte Sonnenfleckengruppe beeindruckend. Zudem sieht bei Anfags noch gutem Seeing deutlich die Granulation im Weißlicht. Leider ziehen am frühen Nachmittag Wolken auf und es beginnt sogar zu regnen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir daher wieder in Berg. Abends harren wir auf dem Balkon eine Weile aus, doch die Wolkendecke ist diesmal zu dicht. Sogar die Feldstecher bleiben eingepackt. Nur ein paar sehr helle Perseiden leuchten durch. Statt Sterne gucken gibt´s später eine Runde Kartenspielen.

Schnell, viel zu schnell neigt sich der Astroausflug dem Ende zu. Donnerstag Vormittag hoffen wir noch auf ein paar Sonnenstrahlen, um vielleicht nochmal durch Andys Coronado blicken zu können und tatsächlich gibt es gegen 11:00 wieder ein paar größere Wolkenlücken.

Booaaaaaaaaaa Eiiiiiiiiiiiiiiiii Geiiiiiiiiiiiiiiiiiiil...Protuberanzen und Filamente ohne Ende sind auf der hochaktiven Sonne im Coronado H-Alpha Filter zu sehen.

Tja und leider geht der nette und urgemütliche Ausflug (mit Wiederholungsbedarf) viel zu schnell zu Ende. Der Pensions-Hausherr ist noch so nett und fotografiert das astronomische Kleeblatt zum Abschied.
Einen weiteren Bericht und Fotos zum Astroausflug gibt´s auf Babsi´s eigener Homepage
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