2004-Aug-10

Ort: Berg im Drautal am Fuß der Emberger Alm / Kärnten
Zeit: 22:30-24:00MESZ
Seeing nach Pickering: -
Grenzgröße: -
Beobachter: Babsi, Thomas, Andy und ich mit 11x80 Fernglas bewaffnet
Thema: M55 Fotos und Bericht zum Astroausflug

Erster Tag eines kurzfristig geplanten Emberger Alm Besuchs. Leider ist das Almgebiet trotz passabler Wetterprognosen komplett in Wolken gehüllt. Wir beschließen daher nur per Feldstecher von unserem Quartier in Berg aus ein wenig zu beobachten. Auch hier zieht immer wieder starker Dunst durch, doch gibt es einige größere Lücken in denen man erahnen kann, was hier für ein phantastischer Sternenhimmel sein könnte.

In den besten Momenten war die Milchstraße vom Schützen über den Adler bis zum Schwan sehr gut sichtbar. M24 und die Schildwolke waren einfache Objekte für das freie Auge. Im Schützen ließ ich die Optik durch die Sommermilchstraße wandern. M22, Lagunen- und Trifid-Nebel, der Sternhaufen im Adlernebel, der Schwanennebel und die höher gelegenen Objekte im Schild gehörten dazu.

Dank eines Taleinschnitts im Süden konnte ich den sehr tief gelegenen Kugelsternhaufen M55 im östlichen Teil des Schützen versuchen. Aus Wiener Neustadt war mir bis jetzt keine Sichtung vergönnt gewesen.

Von Alpha-Beta Capricornus aus zieht man ein wenig nach Westen und tief nach Süden. Dabei passiert man mit dem Fernglas den relativ einfachen Kugelsternhaufen M75. Auf der Höhe von Omega Cap liegt ein Sterndreieck, oder eine Drachenfigur, wenn man einen nahen südöstlich gelegenen Stern mit einbezieht. M55 liegt noch 4 Grad tiefer und etwa ebensoweit westlich dieser Figur. Die Kante des Taleinschnitts war hier schon im Fernglasgesichtsfeld aber ebenso M55. Etwa eine Minute lang konnte ich den erstaunlich großen Kugelsternhaufen, der gut einen halben Vollmonddurchmesser aufweist bewundern. Das Erscheinungsbild war perfekt rund mit einer starken Helligkeitszunahme nach einem Drittel des Durchmessers. Andy bestätigte die Sichtung mit einem 10x50 Glas - da war der Himmel allerdings schon wieder deutlich belastet und keineswegs mehr klar. Wenig später war es so trüb, dass ein Weiterbeobachten sinnlos gewesen wäre.

Trotzdem nahm ich dann knapp nach Mitternacht noch bei stehender Kamera eine 2 Minuten Foto auf (400ASA wegen der hohen Temperatur, 28mm Objektiv). Links neben dem Baum steigt die Milchstraße im Schützen hoch.

Und knapp vor der Heimfahrt am 12. konnte ich noch auf dem Parkplatz vor der Unterkunft in Berg durch Andys Coronado eine Freihand-Aufnahme der Sonne gewinnen.

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