2004-Jul-08

Ort: Baden bei Wien
Zeit: 23:00-24:00MESZ
Seeing nach Pickering: -
Grenzgröße: -
Beobachter: Babsi 9x42 Fernglas, Thom 150/750 GSO Newton, Stefan 102/500 Celestron Refraktor
Thema: Starparty am Weinberg

Der Standort "Weinberg" bei Baden ließ eigentlich keine Wünsche offen - es gab eine gemütliche Terrasse und Thom zauberte mit dem Wok ein leckeres Abendessen. Die Dunstschichten, die fast den ganzen Nachmittag den Himmel bedeckten verzogen sich um 20:00 und es sah ganz nach einer vielversprechenden Beobachtungsnacht aus. Gegen 22:00 war es dunkel genug, um langsam ans Einnorden zu gehen, aber leider zogen sich ab da schon wieder Wolken zusammen. Wir hatten schließlich noch eine knappe 3/4 Stunde, in der wir Wolkenlücken nutzen konnten. Danach zogen wir uns auf die Terrasse zurück, tranken noch ein Gläschen Wein und hofften darauf, dass sich die Wolken verziehen würden - sie taten es nicht. Erst als wir um ca. 02:30 endgültig die Zelte abbrachen war der Himmel wieder klar. Wie sagte doch Thom so treffend: "Wenigstens auf Murphy ist Verlass :)"

In der knappen Beobachtungszeit konnten wir als erstes
M51, die Whirlpool Galaxie in den Jagdhunden sehen. Der Himmel war allersdings so flau, dass das Bild nicht berauschend war. An der Sichtbarkeitsgrenze war mit dem Refraktor bei 50fach ein großer, elliptischer und diffuser Fleck zu sehen. Nicht anders im GSO. Wahrscheinlich hätte aufgrund der Bedingungen die Galaxie aber auch im 12 Zöller nicht viel anders ausgesehen. Die Begleitgalaxie NGC5195 war für mich völlig unsichtbar, Babsi meinte jedoch später sie deutlich gesehen zu haben. Minuten nach der Sichtung war der Himmel an der Stelle auch schon wieder komplett zu und wir schwenkten die Röhren Richtung
Albireo. Schon bei 15facher Vergrößerung ist der Doppelstern getrennt und die Farben sind zu sehen. Bei 50fach sind die Farbunterschiede wunderbar.
Die Leier steht nicht weit entfernt vom Schwan und Babsi wünschte sich das Rauchringerl
M57. Mit dem 32mm 2 Zoll Okular sind zwar beide Kastensterne der Leier im Gesichtsfeld - aber M57 ist bloß punktförmig und nicht von einem Stern zu unterscheiden. Deshalb hatte ich auch kurz Probleme die richtige Stelle zu lokalisieren. Im 9mm Okular war M57 aber schön hell und bei indirektem Sehen tatsächlich als Ringerl mit deutlicher Abdunklung in der Mitte erkennbar.
Immer dichter wurden die Wolken, um das Herkules-Viereck war aber noch ein bisschen was frei. Also war der nächste logische Halt
M13. Babsi hatte den Kugelsternhaufen im Fernglas blitzschnell gefunden, mit dem 102/500 war ich ein klein wenig langsamer an derselben Stelle. Bei 50fach lässt der Kugelsternhaufen schon seine faszinierende Sternenvielfalt erahnen. Ein wunderbares Objekt - groß, mit hellem Zentrum füllt er ein Drittel des Okulares aus und ist selbst mit dem Miniatur-Refraktor an den Rändern stark granuliert.
Mein nächstes Wunschobjekt wäre M27 gewesen, an der Stelle waren aber die Wolken jetzt dicht. Nur der
Kleiderbügel konnte sich noch diffus in der trüben Suppe behaupten. Der sehr weite Sternhaufen mit der Bezeichnung Cr399 wurde schon im Mittelalter vom persischen Astronomen Al Sufi verzeichnet und ist am Schönsten bei niedrigster Vergrößerung. Dann heben sich die Lichtpunkte des am Kopf stehenden Coathangers perfekt vom reichen Sternhintergrund ab.
Tapfer hielt nun nur noch Cassiopeia in einem Wolkenloch aus und das letzte angepeilte Objekt war der Doppelsternhaufen
h+chi im Perseus. Nicht berauschend, weil der Himmelshintergrund nun schon milchig hell war, aber immerhin ein würdiger Abschluss.

Babsis eigenen Bericht dieses Abends gibt es auf der HP ihrer Astrostation STELLA

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