2004-Jun-17

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 23:00-00:10MESZ
Seeing:
Grenzgröße: 4mag
Beobachtungsgerät: Refraktoren 120/1000, 102/500, Canon 300D
Thema: Südliche Messier Objekte

M4: 3 historische Berichte über den Kugelsternhaufen M4 im Skorpion:
1745/46: De Chéseaux: De Ch. No. 19. "Gefunden dieses Jahr neben Antares. RA 242d 1' 45" und Deklination 25d 23' 30". Er ist weiß, rund und kleiner als die vorhergehenden. Ich kennen niemand, der ihn früher schon sah."
(Katalogdruck 1755) Lacaille: Lac. I.9: 16:08:33, -25:54:55. "Es erinnert an den kleinen Kern eines schwachen Kometen."
1764, 8. Mai: Messier: "Haufen sehr schwacher Sterne mit einem gewöhnlichen Teleskop erscheint er wie ein Nebel. Der Nebel befindet sich neben Antares und auf seinem Parallel. Beobachtet von M. de la Caille und aufgezeichnet in seinem Katalog. Wiedergesehen am 30. Jänner und 22. März 1781. (Diam 2.5')"
Im Jahre 1987 entdeckte man in diesem Kugelsternhaufen den ersten Millisekunden Pulsar. Bei ihm (1821-24) handelt es sich um einen Neutronenstern, der sich alle 3.0 Millisekunden einmal um die eigene Achse dreht (bzw. 300 Mal in einer Sekunde). Dies ist 10mal schneller als die Umdrehungsgeschwindigkeit des Krebs-Pulsars in M1. Ein zweiter Millisekundenpulsar wurde etwas später im gleichen Jahr in M28 gefunden. Im August 1995 richtete Hubble sein Auge auf M4 und untersuchte dessen Weiße Zwerg Sterne; dieser Sterntyp gehört mit zu den ältesten Sternen in unserer Galaxie.

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M8:Wie oft bei diffusen Nebeln ist die Gruppe aus jungen Sterne, die sich aus dem Material des Nebels entwickelt haben, zuerst entdeckt worden. Im vorliegenden Fall wurde der junge offene Sternhaufen NGC 6530 in der östlichen Hälfte von M 8 von Flamsteed um 1680 zuerst entdeckt. Cheseaux beobachtete ebenfalls diesen Sternhaufen 1746, bevor Le Gentil 1747 den Nebel entdeckte. Abbe Nicholas Louis de la Caille hat ihn in seiner Zusammenfassung von 1751-52 als Lacaille III.14 katalogisiert.
Laut Kenneth Glyn Jones hat der Lagunen Nebel eine scheinbare Ausdehnung von 90 x 40 Bogenminuten, was einer tatsächlichen Ausdehnung von 160 x 60 Lichjahren entspricht, sollte unsere Entfernung von diesem Nebel mit 5200Lj richtig sein, was noch etwas unsicher ist. Neuere Berechnungen reichen von 4850 bis 6500Lj.
Einer der bemerkenswerten Kennzeichen des Lagunen Nebels ist die Anwesenheit von dunklen Nebeln, die als "Globulen" bekannt sind; bei diesen handelt es sich um kollabierende protostellare Wolken mit Durchmessern in der Größenordnung von rund 10 000 AE.
Innerhalb der hellsten Teiles des Lagunen Nebels sieht man eine bemerkenswerte Erscheinung, die wegen ihrer Form "Stundenglas Nebel" genannt wird. In diesem Nebel ist gegenwärtig ein lebhafter Sternentstehungprozess im Gange.
Ganz in der Nähe befindet sich der offenbar der hellste Stern, der mit dem Lagunen Nebel in Verbindung gebracht werden: 9 Sagittarii (Spektralklasse O5), Helligkeit 5.97 mag), der sicher viel zur hochenergetischen Strahlung, die dem Nebel zum Leuchten bringt, beiträgt.

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