2004-Juni-07

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:00-24:00MESZ
Seeing:
Grenzgröße: 4.0mag
Beobachtungsgerät: Refraktor Shitu (80/400) als Leitrohr, Dimitri 50/900 MAK und Canon 200mm Objektiv plus Canon 300D
Thema: Sco und Oph

Klarer Himmel. Das erste Mal seit sehr langer Zeit und endlich Gelegenheit das Duett Shitu-Dimitri zu singen und zu prüfen, ob der Doppelkopf der Monti auch Shitu und das Canon Objektiv so tragen, dass das Ganze halbwegs im Gleichgewicht ist. Zunächst war es aber noch nicht dunkel genug und der Skorpion stand um 22:00 auch noch sehr tief. Da war die Entscheidung schnell gefällt auf die prächtigen Objekte des Schlangenträgers auszuweichen. Interessant wie M10 und M12 im 3 Zöller aussehen. Man fühlt sich direkt mit Messier verwandt, dessen Instrumente zum Teil j auch nicht besser waren. Erst im kleinen 3 Zöller wird klar, warum Messier seine Liste überhaupt führte, die ihn vom Grundgedanken her vor Verwechslungen mit Kometen schützen sollte. Da vor Kurzem erst c2001q4 sichtbar war ist der Vergleich schnell gezogen. M10 und M12 sehen nicht anders aus als Kometenkörper. Sie sind leicht zu sehen, aber Einzelsterne sind keine zu erkennen.

Foto: 5x2Minuten bei 800ASA. Spiegelvorauslösung wäre nicht nötig gewesen, mich hat aber interessiert ob´s überhaupt geht - und sie funktioniert großartig. Und außerdem komm ich langsam dahin, dass mir Überblicksfotos mit möglichst viel Sternumgebung besonders gut gefallen. Genau deswegen mag ich auch die kleinen Richfied-Refraktoren sehr gern. Am Foto erkennt man oben M12 - etwas größer und noch leichter auflösbar als M10, und unterhalb das Nebelwölkchen des Kugelsternhaufens M10. Stärker konzentriert und zur Mitte hin etwas heller als M12.

M12 ist fast ein Zwilling seines Nachbarn M10 und ist nur etwas größer und eine Idee schwächer. Dennoch glaubten manche früher, dass es sich vielleicht um ein Mittelding zwischen den kugelförmigen und den dichten Offenen Sternhaufen handelt. Harlow Shapley ordnete M12 der Konzentrations-Kategorie IX zu. Er ist zur Mitte hin viel weniger konzentriert als M10 (Kategorie VII). Bei einem Abstand von ungefähr 16.000 Lichtjahren entsprechen die 16 Bogenminuten Durchmesser von M12 ungefähr 75 Lichtjahren.

Der KS nähert sich uns mit ungefähr 16 km/sec. Helen Sawyer Hogg bestimmte das Gesamtspektrum des Clusters zu F7, den Farbindex mit 0.0 und die mittlere Helligkeit der 25 hellsten Sterne zu 13.97mag. Die hellsten Sterne von M12 liegen über 12mag. Alan Sandage fand 13 Variable in M12. M12 ist eine von Charles Messier´s eigenen Entdeckungen, gefunden am 30. Mai 1764. Wie viele andere Kugelsternhaufen beschrieb er ihn als "Nebel ohne Sterne". Erst William Herschel konnte der ihn 1783 auflösen.

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Der Skorpion kommt ja nie ziemlich hoch und in der Stadt hab ich den großen Nachteil, dass Richtung Meridiandurchgang das Stadtlicht immer mehr stört. Es muss daher ein Kompromiss zwischen Höhe und Himmelsgüte geschlossen werden. Obwohl der Himmel im Schlangenträer heut mit 4mag sehr gut war, konnte ich im 3 Zöller M4 wieder mal _nicht_ sehen. Wahrscheinlich lag doch mehr Dunst in der tieferen Atmosphäre als ich mit freiem Auge wahrnehmen konnte. M80 war als stärker konzentrierter Cluster leicht zu sehen, M62 hab ich aus verständlichen Gründen nicht mal probiert..

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