2004-Mai-17

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 23:30-01:30MESZ
Seeing: -
Grenzgröße: 3,9mag, allerdings wegen aufkommendem Nebels stark schwankend
Beobachtungsgerät: Refraktor 102/500 (Lilith), Canon EOS 300D
Thema: M4, M10

Gegen Abend steht eine fast lückenlose Wolkendecke über Wiener Neustadt - also nix wars mit der nächsten Kometensichtung, geschweige denn mit einem Foto.

Aber gegen 23:30 guck ich in meine Astro-Loge, werf einen kurzen Blick aus dem Fenster und sehe jede Menge Sterne. Sogar Ny und Omega Sco sind zu sehen. Beide haben 3,9mag und die gibt´s in Neustadt höchstens 3 mal pro Jahr.

Also wurde geguckt und auch ein wenig fotografiert. Zumal mein heimliches Lieblingssternbild, der Schlangenträger schon ziemlich nah dem Meridian steht. In der Westhälfte sind die schönen und lockeren Kugelsternhaufen M10 und M12 zu sehen. Vor allem M10 ist mit einer parallaktischen Montierung sehr schnell gefunden. Man braucht bloß das Teleskop so zu positionieren, dass Epsilon und Delta Oph (Yed Prior und Yed Posterior) im Gesichtsfeld stehen, die Dek Achse klemmen und anschließend eine halbe Stunde in Rek nach Osten schwenken. Fertig. Geht auch ohne Sucher blitzschnell und M10 präsentierte sich als großer, runder und auffälliger Nebelfleck.

Danach senkte ich den kleinen Refraktor in das Sternbild Skorpoin (und zwischendurch wurde noch auf den Nachbarn gegenüber geschimpft, der um diese Uhrzeit noch seine Eingangsbeleuchtung brennen hat - die überstrahlt sogar die Straßenlampen). Die obligaten Objekte M80 und M4 wurden eingestellt. Wie schon so oft fand ich M80 leichter zu sehen, weil konzentrierter. M4 ist immer nur geisterhaft im Übersichtsokular bei Stadtbedingungen.

Visuell war´s kurzzeitig richtig schön. Die kleine 102/500 Röhre mit 2" Zubehör macht immer mehr Spaß. Leider zogen im 2 Minuten Takt Nebelschwaden durch.

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Beim Umgebungsfoto von Antares mit 200mm Brennweite (sonst gleiche Daten) zogen dann voll die Wolken auf. Dementsprechend grauslich sieht das Bild aus. Hochnebel ist in der Stadt extrem hell, weil er das nach oben strahlende Licht stark reflektiert. Da geht dann schnell gar nichts mehr. Lustigerweise ist der Kugelsternhaufen NGC 6144, der nur 30 Bogenminuten von Antares entfernt steht und 1x1 Bogenminuten winzig ist trotz schlechter Himmelsqualität auf Fotos gern mit drauf. Ein wenig lässt sich auch der Farbunterschied zwischen dem rötlicheren Antares und Alniyat auch noch ausnehmen. Der 27.700 Lichtjahre entfernte Cluster NGC 6144 wurde von William Herschel entdeckt. M4 ist zum Vergleich nur 7.200 Lichtjahre entfernt und wurde schon im Jahre 1746 von Philippe Loys de Chéseaux entdeckt.

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