2004-Jan-30

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 18:30-19:30MEZ
Seeing nach Pickering: 2/10
Grenzgröße: 3,5mag
Beobachtungsgerät: Refraktor 102/500(Lilith) Okulare: 32mm 2" Weitwinkel (15fach) und 9mm 1,25" WW (55fach)
Thema: M35, NGC 2158

Nach längerer Krankheit konnte ich heut erstmals wieder die NEMO flott machen und ein klein wenig in den Winterhimmel spechteln. Ganz wiederhergestellt bin ich zwar noch nicht, aber ein Stündchen wollte ich unbedingt unterm Sternenhimmel segeln.

Ich startete also beim Running Man im Orion, er liegt ja quasi direkt vor der Haustür - aber natürlich gehört auch ein ausgiebiger Blick auf M42 dazu. Das letzte Mal gucken ist schon so lang her, dass ich mich gar nicht mehr richtig erinnern konnte wie genial das 2 Zoll Okular zu Lilith passt. Die Hecklastigkeit hab ich inzwischen auch im Griff, ein großer Aquarien-Scheibenmagnet an der Taukappe sorgt für den entsprechenden Ausgleich. Nach M42 schwenkte ich zu M35, wo ich ein wenig länger verweilte, weil ich den schwachen OS NGC2158 suchen wollte. Zuerst blieb ich aber bei M35 selber hängen - die Lichtnadeln auf dem samtschwarzen Hintergrund des Winterhimmels waren einfach zu schön nach so langer Abstinenz. Entdeckt wurde der Haufen von Philippe Loys de Cheseaux 1745 oder 46 - unabhängig davon sah ihn John Bevis - auch irgendwann vor 1750. Erstaunlich spät eigentlich, weil M35 bei bestem Himmel ohne Hilfsmittel zu sehen ist. NGC2158 zwar übrigens bei keiner Vergrößerung erkennbar, aber den Platz südwestlich von M35 hab ich jetzt sehr sicher für´s nächste Mal.

Wenn man schon mal da ist, kann man einen kleinen Abstecher zu Saturn riskieren. Das Seeing ließ absolut keine höhere Vergrößerung zu, 50fach war schon problematisch und so betrachtete ich den Planeten seinen Mond Titan nur in dem schönen reichen Sternfeld, in dem er grad steht. Bei der niedrigen Vergrößerung und dem tanzenden Planetenscheibchen dachte ich kurz daran, dass am Anfang der Fernröhren Saturn mit Henkeln gezeichnet wurde. Ich hätt´s heute genauso gesehen.

Die letzten Objekte waren das Weihnachtsbäumchen und M41, der um diese Zeit zwar noch sehr tief steht aber heute unerwarteter Weise trotzdem sehr schön war. Mehr traute ich mir noch nicht zu. Besonders nett ist - Lilith braucht keinen Sucher. Einfach übers Rohr zielen - draufhalten - finden. So muss das sein :-). Zum Abschluss holte ich mir noch einmal den großen Orionnebel vor die Linse. Bei 15fach ist das Trapez übrigens noch gar kein Trapez. Es erscheint bloß als ein Stern.

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