Bezügl. der Beurteilung der Marsfotos ist folgendes zu bedenken.
Zunächst die Kamera: Es ist eine Philips Vesta Pro, in dieser steckt ein relativ rauscharmer Sony CCD-Chip ICX098K (Datenblatt SONY ICX098K). Er hat nutzbare 659x494 Pixel bei 5.6x5,6 Mikrometer Pixelgröße.
Die Abbildungsgröße des Planetenscheibchens rechnet sich wie folgt: Scheibchendurchmesser in Bogensekunden x Brennweite in mm/206265 (Die Korrekturzahl 206265 ergibt sich aus der Rechnung in Bogensekunden, sonst rechnet man mit Radian). Der maximal 25" messende Planet wurde mit meistens 5000mm Brennweite im Fokus fotografiert: Daraus resultiert eine Abbildungsgröße von 25x5000/206265=0,6mm!!
Der Mars wird also lediglich mit einer Größe von etwas mehr als einem halben Millimeter auf den Chip projiziert. Man sollte meinen, dass bei einem so winzigen Scheibchendurchmesser überhaupt keine Einzelheiten auszumachen sind.
Das trotzdem Details abgebildet werden, ist der hohen Auflösung des Chips zu verdanken. Da die Pixelgröße 5,6 Mikrometer beträgt, bilden immerhin 0,6/0,0056 Pixel (=107 Pixel) den Planeten ab.
Bezogen auf den Planetendurchmesser von 6780km kommt nach Adam Rise folgendes raus: Wenn 107 Pixel 6780km am Äquator abbilden, dann sind das 63x63km pro Pixel oder 0,23 Bogensekunden (nur kann ein einzelnes Pixel natürlich noch keine Struktur abbilden).
Die Auflösung meines 120/1000 Refraktors beträgt nach Rayleigh und Dawes ca.1". Wieder umgerechnet auf den Mars wären das ~270 Kilometer. Dies gilt allerdings nur für zwei Punktlichtquellen (Doppelsterne). Bei linienförmigen Strukturen kann das Auge - perfekte Luftruhe und Optik vorausgesetzt - das RD-Kriterium wesentlich unterschreiten. Die Auflösung in Bogensekunden wird dann mit 23/Teleskopdurchmesser in mm angenommen. Das sind 0,2" oder Strukturen von ca.55 Kilometer Größe auf dem Mars.
Die Webcam bewegt sich mit rund 60km2/Pixel nahe am Linienkriterium. Kein schlechter Wert, aber spektakuläre Strukturen wie z.B. Olympus Mons, der 25km an der Basis misst liegen damit außerhalb der momentanen instrumentellen Möglichkeiten.
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