2003-Nov-29

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:30-23:00MEZ
Seeing nach Pickering: -
Grenzgröße: 3,5mag
Beobachtungsgerät: Refraktor 102/500 (Lilith)
Thema: Testbericht TS-WA 32mm 2 Zoll Okular

Gegen 20:00 zieht Nebel auf, ich beschließe mich mit einem Büchl in eine Ecke zu verziehen und den Abend zu genießen. Um 22:30 öffne ich kurz das Fenster zwecks Lüften ...ja was haben wir denn da - Sterne! Nach so vielen Tagen Nebel wieder mal Sterne. Der Orion prangt klar und hell am Himmel, Sirius blinzelt tief am Horizont Saturn ist der Glanzpunkt in den Zwillingen. Endlich die Gelegenheit das (noch unbezahlte *g*) 2 Zoll 32mm TS-WA (Weitwinkelokular) auszuprobieren. Die EQ5 ist schnell auf die Konsole geschnallt, darauf setz ich den 102/500 Refraktor. Einen Erfahrungsbericht von Bernd Weisheit, der drei Vergleichbare 30mm 2 Zoll Okulare testete und darunter auch das TS SW 32 gibt es hier.

Beim Ansetzen des 2 Zoll Zenitspiegels wird schnell klar: Mit dem Spiegel und dem Okular ist der kleine Refraktor back-lastig und nicht ganz ausgewogen auf die Montierung zu kriegen. Es widerstrebt mir daher auch noch den Sucher drauf zu montieren. Egal, muss auch so gehen. Und wie das auch so geht! Das Gesichtsfeld hab ich natürlich schon bei Tage getestet, aber am Sternenhimmel ist das doch ganz was anderes. Bei 15facher Vergrößerung, die das Okular mit dem Refraktor bringt und 6,6mm AP hab ich ein Gesichtsfeld, in den der Gürtel des Orion inklusive sigma Ori bis M78 locker komplett reinpasst. Etwas südlicher sind es M42 _und_ der Running Man Cluster _und_ noch massig Platz drum herum, die mich beeindrucken. Auf der Achse ist die Sternabbildung grandios, über 4/5 des Gesichtsfeldes sehr fein. Erst im letzten Fünftel, schon sehr weit im Randbereich verzeichnet das Okular erwartungsgemäß.

Der Gesamteindruck ist einfach nur schön. Was für eine herrliche Kombination. Man hat richtig das Gefühl im Raum zu schweben und das Okular erlaubt sogar problemlos das Beobachten mit Brille (obwohl ich sie eigentlich gern abnehme). Nach der ersten Begeisterung über das neue Teil streckten schon wieder Nebelschwaden ihre Dreckfinger von Westen kommend Richtung Orion aus. Ich weiche nach oben aus und nehme M35 aufs Korn. Sucher? Braucht man wirklich nicht! Einfach übers Teleskop anvisieren und der Sternhaufen ist im Gesichtsfeld. Der Himmel ist jetzt allerdings auch in den Zwillingen schon deutlich belastet. Trotzdem ist M35 noch sehr eindrucksvoll. Der große Sternhaufen zeigt sich schon bei 15fach weitgehend aufgelöst. Länger als 5 Minuten Betrachtung sind mir aber nicht mehr vergönnt. Die Nebeldecke schließt sich rasch.

Auf jeden Fall ließ das Firstlight für die Kombination Rich-Field-Refraktor und 2 Zoll Okular die Vorfreude auf kommende Beobachtungsnächte enorm steigen.

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