2003-Nov-20

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 18:00-19:00, 23:00-00:20 MEZ
Seeing: 7/10 aber mit starken Schwankungen
Grenzgröße: 4mag
Beobachtungsgerät: Refraktor 120/1000, Philips Vesta Pro
Thema: Saturn

Der Abend begann vielversprechend auszusehen, der Himmel war Azurblau wie lang nicht mehr - also wenig Luftfeuchte, trotzdem war das Seeing sekundenweise fast genial und so schnallte ich schon gegen 18:00Uhr den kleinen Celestron 102/500 auf die EQ-5. Zusammen mit dem 25er Plössl von TAL und dem 9er TS SW ist das ein solides, visuell schönes und handliches Gespann.

Der erste Blick galt dem Mars - blaue und rote Ränder hüpften ziemlich verrückt um den Planeten, trotzdem war die ausgeprägte Phase immer wieder kurz zu sehen. Nach einschrauben des Kontrastboosters war das Bild sehr viel ruhiger und die Phase wesentlich einfacher zu erkennen. Unweit des Mars befinden sich viele interessante Objekte. NGC 7526 z.B. ist ziemlich nah, ein sehr schwaches Mehrfach-System. Den Platz hatte ich schnell gefunden, NGC 7526 steht in einem Parallelogramm, dessen eine Ecke von einem schwachen Dreifach-Sternchen gebildet wird. Das Objekt (ein Asterismus) war nicht zu sehen. Ebenfalls nah steht die Galaxie NGC 7606 per Starhopping ist man schnell da. 2 schwache Sternpaare stehen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Sternpaare waren mit dem 9mm eindeutig, aber die Galaxie blieb beinahe verborgen. Nur eine ganz schwache Aufhellung war auszumachen.
2. Teil - Saturn
Anfang des Jahres erreichte die Ringöffnung des Saturn mit 27 Grad ihr Maximum, im Dezember wird sie auf 25,5 Grad zurückgehen. Das bedeutet aber immer noch beinahe maximale Ringöffnung, und der Anblick ist einfach phantastisch. Zum Vergleich, im November 1999 erreichte die Öffnung des Rings knapp 20 Grad, im Januar 1999 ca. 14 Grad und Ende 1997 gerade mal 10 Grad.

Gerade die starke Neigung des 420.000 km im Durchmesser messenden Rings macht Saturn 2003/2004 auch zu einem überaus lohnenswerten Fotoobjekt. Das Bild lässt außer dem Äuqatorband auch die Cassini-Teilung der Ringe erkennen, jener 4000km breiten "Lücke" zwischen den Saturnringen. Aufgenommen wurden 4 Avis zu je 60 Sekunden mit ca. 4 Bildern/Sekunde. Macht über den Daumen gepeilt ca. 1000 Bilder. Per Registax2 wurden davon die 200 besseren ausgewählt und addiert.

Mit dem 8 Zoll Newton konnte ich schon mal 4 Saturnmonde aufnehmen, es reizte mich rauszukriegen, ob das auch mit 5 Zoll geht. Das Live-Bild zeigte aber nur Titan sicher. Ich war schon ein wenig enttäuscht, nahm aber trotzdem noch einen 1minütigen Film auf. Und siehe da - Registax löste aus dem Bild-Rauschen durch Addition sicher 4 helle Pünktchen und CdC lieferte die Bestätigung, dass es tatsächlich die Monde Titan, Rhea, Tethys und Dione waren *freu*.

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