2003-Jul-30

Ort: Maurach / Achensee Tirol
Zeit: ab 23:00 MESZ
Seeing: -
Grenzgröße: -
Beobachtungsgerät: 11x80 Fernglas
Thema: Urlaub in Maurach

Eine Woche Urlaub in den Bergen und nur ein Abend war zum Sternegucken zu gebrauchen. Berge und Wald verhinderten teilweise die Sicht, so dass nur ein Teil des Süd-Himmels vom Zenit bis -30° erreichbar war. Dafür hatte ich einen gemütlichen Platz im Garten und eine dichte Hecke schützte mich vor Nachbar´s Garagen- und Gartenmauerbeleuchtung.

Hier bezog ich Stellung und schon nach wenigen Minuten Dunkeladaption waren 5er Sterne sichtbar, eine Stunde später auch noch schwächere. Leider zogen dann schon wieder Wolken auf und ich musste abbrechen.

Trotzdem war es wieder einmal sehr schön, die Milchstraße im Schwan mit dem Fernglas zu bewundern. Ich ließ offene Sternhaufen wie M29 und NGC 6940 durchs Glas wandern. Pfeil und Delphin zählen hier zu den hellen Sternbildern - so suchte ich natürlich auch M71 auf. Der ist von Wiener Neustadt aus nicht beeindruckend bei dunklem Himmel aber ein einfaches und schönes Objekt. Überrascht war ich auch wie groß der Hantelnebel bei nur 11facher Vergrößerung ist; sogar die Form ist ansatzweise zu erahnen. Zwischendurch schickte der Perseidenstrom ein paar verfrühte Sternschnuppen über den Himmel, eine sogar richtig hell mit mehr als -4mag1). Das Pegasusviereck kam nur teilweise über die Berge, M15 ging sich grad noch aus. Durch den hohen Horizont ist aber ein Effekt besonders schön: die aufgehenden Sterne leuchten bereits zwischen den Baumwipfeln hell und kräftig hervor, bevor sie tatsächlich "aufgehen".

Als die Wolkenbank anrückte, versuchte ich noch schnell mit meiner Olympus Digiknipse ein Foto vom Sternbild Schwan in den Kasten zu kriegen. Überzeugt war ich nicht davon, dass überhaupt was geht, weil ein Versuch am Stadthimmel schon mal gescheitert ist. Die maximale Belichtungszeit beträgt auch nur 16 Sekunden! Ich konnte noch 3 Fotos á 16 Sekunden ins Blaue schießen (leider kein Stern am Display zu sehen) und nahm mir auch noch kurz Zeit für einen Darkframe. Dann waren die Sterne wieder hinter den Wolken verborgen.

1) Als Ursprung der Perseiden gilt der Komet Swift Tuttle (1862 II). Die mittlere Geschwindigkeit der Perseiden durch die Erdatmosphäre beträgt 60,4 km/s. In einer durchschnittlichen Höhe von 130 km über der Erdoberfläche leuchten sie auf und verlöschen in 90 km Höhe. Die Weglänge durch die Erdatmosphäre beträgt etwa 80 km. Die Perseiden wurden früher oft als "Laurentiusschwarm" oder "Laurentiustränen" bezeichnet. Laurentius, Erzdiakon des Papstes Sixtus II., wurde nach der Legende im Jahr 258 in Rom auf einem Rost zu Tode gefoltert. Daraus entstand vor allem in Italien ab dem 4. Jdt und in Frankreich ab dem 6. Jdt ein Kultfest, das am 10. August stattfand; also etwa zur Zeit des Perseidenschwarms. Es verbreitete sich die Meinung, dass diese Sternschnuppen die Schweißperlen des Laurentius sein sollen. Jedenfalls sind die Perseïden schon lang als Sternschnuppenschwarm bekannt. Die frühesten Berichte stammen aus China. Nach unserer Zeitrechnung aus dem Jahr 36 n Chr.

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