2003-Mai-31

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 05:10-06:00MESZ
Seeing: -
Grenzgröße: -
Beobachtungsgeräte: Olympus C-2100; 90/500 FotoMAK, Yashica Spiegelreflexkamera
Thema: SoFi

Auf 04:20 war der Wecker gestellt, ich jedoch schon um 03:20 munter und voller Adrenalin. Daher anziehen und raus. Bis zum Sonnenaufgang ist noch massig viel Zeit - deswegen beschließe einen kleinen Abstecher auf die Hohe Wand, in der Hoffnung dort einen schönen Vordergrund für den Sonnenaufgang zu finden. Pech! Von oben aus steht die Sonne zu weit nördlich. Ich düse daher wieder runter und vor lauter trödeln ist es mittlerweile 04:50. Der nächste Platz für eine gute Sichtbarkeit ist jetzt die Brücke über die Südautobahn bei Wöllersdorf/Villenkolonie. Die ist auch schnell zu erreichen. 05:05 stelle ich das Auto ab, ein Eisenstädter hat sich auch schon zum Beobachten auf der Brücke aufgepflanzt.

Wegen der Horizontnähe und dem Dunst ist die partielle Sonnenfinsternis doppelt schön. Erstens schaut die Sonne riesig aus und zweitens ist sie durch den Dunst sehr dunkelrot und noch so lichtschwach, dass man ausnahmsweise ungefiltert schauen kann. Sehr schön ist die Schüsselform im Dunst sichtbar.

Vorneweg schieße ich mit der Digiknipse 6 Fotos, anschließend mit der Spiegelreflex und dem 90/500 FotoMAK 24 Bilder mit wechselnden Belichtungszeiten. Langsam wird die Sonne zu hell und ich setz die Filterfolie vor. Nur noch vier Bilder in der Kamera
...um 05:30 kein Bild mehr und keinen Wechselfilm. Ich drück den Rückspulknopf und der Film reißt :-((((! Gottseidank waren einige Bilder zu retten. Erstes Bild: Olympus, zweites Bild: Yashica.

Da ich selbst nicht so poetisch veranlagt bin, die Stimmung bei der Finsternis richtig zu beschreiben, erlaube ich mir hier die wunderbare Schilderung einer Albireo-Kollegin einzufügen: Um 5 Uhr klingelte der Wecker, und ich gestehe, dass ich rausging, sah, der Himmel war klar, und stöhnte, weil ich weiterschlafen wollte :)). Dann den inneren Schweinehund überwunden, eine Freundin angerufen, die mitgucken wollte, und ohhhhh, hätten wir nur einen Fotoapparat dabei gehabt! Glutrot erhob sich die Sichel der Sonne aus dem Morgendunst, die Luft frisch und durstig auf den Tag, die Vögel sangen, die Erde dampfte, und rechts neben der Sonnensichel eine gotische Kirchensilouette! Einfach zu schön!!!
Dann wurde die Sonne immer heller, ich hatte kein Teleskop, sondern zwei Ferngläer mit Folie dabei, es war phantastisch, wie da der schwarze Mond vor der Sonne schwebte, da stellte ich mir vor, im Weltall zu schweben und "von außen" dieses Wechselspiel Sonne-Mond-Erde zu betrachten, da wurde ich ganz ehrfürchtig...
Es war auch interessant, dass je heller die Sonne wurde, die Sonnenflecken immer detaillierter zu sehen waren, und die Sonne immer ein Stück weniger angeknabbert war. Bis zum Schluss sind wird nicht draußengeblieben, sondern so nach 6 Uhr packten wir wieder unsere Sachen und ich nahm dann noch ein Mütze Schlaf....(Ulrike C.)

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