2003-Mai-06

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:00-23:30MESZ
Seeing: -
Grenzgröße: 3,2mag
Beobachtungsgerät: Dhara (Refraktor 120/1000)
Thema: NGC 4697

Wieder ein wolkenfreier aber jetzt ziemlich diesiger Himmel

Tagsüber die EQ5 zerlegt, entfettet, neu abgeschmiert und wieder zusammengebaut (wozu Krankenstand doch gut ist :-) die RA-Achse ist nach der Prozedur viel leichtgängiger ohne Spiel zu haben. Abends gleich die Generalprobe ob das Springen weg ist - und es scheint tatsächlich viel besser zu sein.

Auf der Suche nach einem weiteren interessanten Objekt stieß ich auf die kleine Galaxie NGC 4697. Zum Sternbild Virgo gehörend, liegt sie in der Entfernung des Virgo-Haufens von 60Mio Lj. Die mit 11mag recht lichtschwache Galaxie wird wahrscheinlich selten mal angesehen, denn in ihrer Nähe befindet sich die viel prominentere Sombrero-Galaxie und zum Haufenzentrum ist ihr Abstand für einen kurzen Starhopping-Abstecher zu weit.

Die Überraschung war, dass sie visuell leicht zu sehen ist. Die Sichtung beschränkte sich allerdings auf den hellen Kern, der am Besten mit 111facher Vergrößerung herauskam.

News vom 18.02.2000: Ein Team von Astronomen, welches eine systematische Durchsuchung des Alls nach supermassiven Schwarzen Löchern durchführt, hat drei weitere dieser mysteriösen Objekte entdeckt, welche sich im Zentrum von nahen elliptischen Galaxien verstecken. Dies schraubt die Gesamtzahl der definitiv bekannten Schwarzen Löcher auf die Zahl 20 hoch. Die Entdeckung wurde am 13. Januar während des "American Astronomical Society Meeting" angekündigt.

"Die Formung und die Entwicklung von Galaxien sind eng mit der Anwesenheit eines massiven, zentralen Schwarzen Loches verbunden" sagte Douglas Richstone, der Leiter des Forschungsteams und Professor für Astronomie an der Universität Michigan. "Strahlung und Hochenergieteilchen, welche durch die Entstehung und das Wachstum von Schwarzen Löchern freigegeben werden, sind dominierende Quellen von Wärme und von kinetischer Energie für das Gas, welches neue Sterne in Protogalaxien entstehen lässt".

Richstone sagte weiter, dass die Ergebnisse des Teams aus zwei Beweisstücken geschlossen werden. Zuerst einmal scheinen alle (oder fast alle) Galaxien mit späroiden Verteilung von Sternen (Zunahme in Spiralarmen) ein massives Schwarzes Loch im Zentrum zu haben. Die Masse dieser Objekte scheint mit der Masse des zentralen Teils der Gasgalaxie in Beziehung zu stehen. "Die Allgegenwart dieser Beziehung - ebenso wie die Verbundenheit, zeigt auf eine Verbindung zwischen dem massiven Schwarzen Loch und der Galaxie und zeigt auf eine Art "Küken und Ei" Dilemma hinaus, so nach dem Motto "was war zuerst da, das Huhn oder das Ei" sagte Richstone.

Als zweites zeigt der Vergleich, dass in der Geschichte der Sternformierung im Universum dass sich Quasare besonders gut entwickeln. Quasare sind mächtige, helle Objekte. Stünden sie anstelle der Sonne, würden sie eine Leuchtkraft von einer Billion Sonnen entwickeln und hätten die Grösse der Umlaufbahn des Mars.

"Die in den Zentren von Galaxien jetzt entdeckten Schwarzen Löcher sind Reliquien von diesen Quasaren", erklärte Richstone. "Also müssen diese Schwarzen Löcher zum Zeitpunkt des "Quasarzeitalters" schon da gewesen sein, als das Universum etwa eine Milliarde Jahre alt war".

Die neu entdeckten Schwarzen Löcher befinden sich in den Galaxien NGC 4473 und NGC 4697, Galaxien im Sternbild Jungfrau und in der Galaxie NGC 821, welche sich im Sternbild Widder befindet.

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