2003-Mar-23

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 23:00-24:00MEZ
Seeing: mittel, schwacher Wind
Grenzgröße: 4.0mag
Beobachtungsgerät: Dhara (Refraktor 120/1000) auf EQ-5, Alpha Mini
Thema: M 99

Drei Nächte hintereinander klarer Himmel zehrt ganz schön an der Kondition :-). Deshalb wählte ich heute M 99 als einziges Objekt. Die Galaxie ist relativ einfach zu finden und auch zu sehen - schon im 20mm Kellner war sie schwach erkennbar, besser im 17er Plössl. Zu sehen ist ein diffuser Kern, leicht oval, ohne erkennbare Begrenzung - der hellere Kernbereich verliert sich schnell im Hintergrund, maximal 1-2 Bogenminuten.

M 99 liegt zwar in Coma Berenice, ist aber eine der helleren Spiralen, die zum Virgo Haufen gehören. Sie gehört zum Typ Sb, nach anderen Angaben Sc und rotiert im Uhrzeigersinn (anders als die benachbarte Spirale M100). Sie zeichnet sich durch außergewöhnliche Asymmetrien aus - das Kerngebiet ist etwas verschoben. Möglicherweise liegt die Ursache der Asymmetrie in einer nahen Begegnung mit einer anderen Galaxie. Auch die für den Virgo-Haufen hohe Fluchtgeschwindigkeit von 2324 km/sek deutet darauf hin (laut Sky Catalog 2000 ist das die höchste Fluchtgeschwindigkeit, die für ein Messierobjekt überhaupt gemessen worden ist). Das bedeutet, dass sich M 99 mit einer Pekulärgeschwindigkeit von mindestens 1200 km/sec durch den Virgohaufen bewegt - zufällig in unsere Richtung. M99 war der zweite "Nebel", der als Spirale erkannt worden ist (1848 von Lord Rosse).

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