2003-Feb-23

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 19:00-20:00MEZ
Seeing: schlecht
Grenzgröße: zeitweise blinkten 4mag Sterne im Sternbild Monoceros auf
Beobachtungsgerät: Sihtu (Refraktor 80/400) auf EQ-5
Thema: Rosettennebel

Eigentlich wollte ich die Montierung auf der neuen Wandkonsole noch besser einnorden, der Himmel war aber zu schön dazu und so entschloss ich mich noch einmal den Rosettennebel aufzusuchen.

Der Sternhaufen war schnell gefunden, mit dem Peilsucher hab ich einfach auf die ungefähre Stelle gezielt und kurz danach hatte ich ihn im Leitrohr. NGC 2244 ist hübsch im 80/400, jedoch aufgrund des sternreichen Hintergrundes nicht allzu beeindruckend. Vom Nebel natürlich wie erwartet visuell keine Spur.

Der Rosettennebel liegt nordöstlich des Orion im Sternbild Monoceros (Einhorn) und durch seine Zentralregion verläuft das Band der Milchstraße. Der Nebel ist ein Sternentstehungsgebiet und die deutliche rote Farbe stammt von den heißen Sternen im zentralen offenen Sternhaufen NGC2244. Der auch im 10x50 Fernglas erkennbare Sternhaufen ist etwa 5500 Lichtjahre entfernt und hat etwa 24 Bogenminuten Durchmesser. Der eigentliche Rosettennebel durchmißt etwa 130 Lichtjahre und besitzt am nächtlichen Himmel den doppelten Vollmonddurchmesser. Neben der leuchtenden roten Färbung erkennt man auch deutlich die Lücken, die die heißen Sterne des Sternhaufens bereits in die umgebende Materie gerissen haben. Dieser Prozess wird noch einige wenige Millionen Jahre so weitergehen; dann wird der Nebel vollständig weggeblasen sein und ein heller, von Materie freigefegter offener Sternhaufen wird übrig bleiben. Dabei wird eventuell die eine oder andere Supernova mithelfen, zu der sich einige dieser energie- und massereichen Sterne entwickeln werden. Der innere, bereits weitgehend freie Teil hat ca. 12 Lichtjahre Durchmesser und die leuchtenden Wände expandieren mit 20 km pro Sekunde. Offensichtlich treffen sie auf ihrem Weg auf wenig Widerstand und dadurch ist der Nebel außergewöhnlich symmetrisch. Die einzelnen Teile des Rosettennebels haben jeweils eine eigene NGC-Nummer erhalten. Es sind dies genau genomme die Nebel NGC2244, NGC2237-39 und NGC2246.

Als zweites, Objekt ließ ich noch M50 durch´s Teleskop wandern (18Lj Durchmesser, 3000Lj Distanz, 6,3mag). Durch die für Stadtverhältnisse recht gute Grenzgröße von 4mag, war der Sternhaufen leicht anzupeilen, und dann hatte ich trotzdem ein Problem nach dem Motto...is er das?...das soll er sein?...gibt´s doch nicht...kaum konzentriert....im 5 Zöller war der aber viel besser...hmmmmmm...und dabei war er im Fernglas so eindeutig...na wird scho passen... :)

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