2003-Feb-22

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 18:30-23:30MEZ
Seeing: -
Grenzgröße: 3,8mag-
Beobachtungsgerät: Sihtu (Refraktor 80/400) auf EQ-5, Alpha Mini plus Fotoobjektiv 80-200mm auf Witty 1 im Sucherschuh von Sihtu, Dhara (Refarktor 120/100) auf EQ-5, Flip Mirror, Alpha Mini
Thema: Sextans Galaxie u.a.

Heut hab ich endlich das Wackelstativ der EQ-5 durch eine Montage direkt an der Wand ersetzt. Eine Miniablage der Größe 25x17cm sitzt auf zwei überdimensionierten Winkelträgern. Der Kabelsalat ist auch beseitigt, aber das Beste ist, dass die Monti nun nicht mehr mit dem Boden schwingt. Bisher musste ich bei jeder Aufnahme zur Salzsäule erstarren und auch beim Beobachten übertrug das Stativ jede kleinste Bewegung. Nun ist es wesentlich bequemer.

Von 18:30 bis 19:15 richtete ich die Montierung ein. Sie steht noch nicht 100% genau, aber bei 1200mm Brennweite bewegte sich über 120 Sekunden das unscharf gestellt Sternscheibchen von Sirius nicht im Fadenkreuz. Das sollte für kurze Belichtungszeiten erstmal reichen.

Die Transparenz war heute zunächst recht passabel (Hinterbeine von CMa endlich wieder mal sichtbar), daher nutzte ich die Gelegenheit, um noch einmal eine Aufnahme des Pferdekopfnebels zu versuchen (wieviele missglückte Versuche sind es schon??). Gegen 19:30 nahm ich das erste 20 Sekunden-Vorschaubild auf. Es war recht vielversprechend, der Flammennebel war eindeutig drauf. Eine Gesamtintegrationszeit von 200 Sekunden brachte schließlich ein unzweifelhaftes aber äußerst unansehnliches Ergebnis. Ich lass es daher - wie so vieles erstmal im Archiv.

Anschließend stattete ich rein visuell auch noch dem Weihnachtsbaumhaufen und dem offenen Sternhaufen im Rosettennebel einen Besuch ab. Besonders schön ist M48 in der Hydra. Visuell ist der 80/400 Refraktor das ideale Instrument für diesen großen offenen Sternhaufen, allerdings ist der Anblick im 10x50 Fernglas ebenfalls sehr hübsch.

Danach wechselte ich auf den großen Refraktor und stöpselte die Alpha Mini auf den Flip Miror um. Auch dabei zeigte sich, das die Wandkonsole bombenstabil ist und mit dem Gewicht problemlos fertig wird. Ein weiterer Vorteil der Wandmontierungen liegt darin, dass ich nun wesentlich höher nördlich schauen kann, und so galt mein erster Blick Jupiter, der dadurch gerade noch im Beobachtungsbereich liegt.

NGC 3242 "Jupiters Geist" liegt in der Nähe von My in der Hydra - einem 3.8mag Stern, der in der Stadt selten freiäugig gesichtet werden kann. Heute war er zwar sehr schwach, aber deutlich sichtbar und damit ist Jupiter´s Geist recht leicht zu finden, denn der planetarische Nebel liegt knapp südlich. Im Refraktor präsentierte er sich recht unauffällig - leicht flächig mit unscharfem Rand, Struktur war keine erkennbar. Leider war die Himmelstransparenz jetzt nicht mehr so gut.

Nördlich von Jupiters Geist liegt eine 25Mio Lj entfernte Spindelgalaxie (NGC 3115) im Sternbild Sextans, in der Nähe von Lambda Hydra. Die Galaxie ist etwa 4'x1' groß und im Teleskop leicht auszumachen. Der helle Kern war direkt sichtbar, indirekt eine linsenförmige Gestalt. Für die schöne Spindel , die sich danke der extremen Kantenlage zeigen kann, ist der Stadthimmel sicher nicht ausreichend. Astrophysikalisch hat die Galaxie auch einiges zu bieten... [Info 3115]

Der letzte Ausflug heute galt M95 im Sternbild Leo. Die Galaxie war visuell einfach und präsentiert sich konturlos rundlich, bei indirektem Sehen mit deutlichem Halo.

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