2003-Jan-28

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:30-24:00MEZ
Seeing: -
Grenzgröße: 4mag
Beobachtungsgerät: Dhara (Refraktor 120/1000) auf EQ-5, Alpha Mini im Fokus bei 1m Brennweite, 10x50 Fernglas
Thema: Offene Sternhaufen am Winterhimmel Winterhimmel Teil II (NGC2362 / M93 / M46 / NGC2539 / M48)


Tagsüber Wolken und heftige Regenschauer - abends reißt jedoch Fön die Wolken auf und der Himmel weist eine erstaunliche Transparenz auf. Schon zwei Vollmondbreiten über dem Leithagebirge kann ich Sterne im 10x50 ausnehmen.

NGC 2362 "Mexican jumping Star" in Canis Majoris ist der Sternhaufen um den Stern Tau CMa und mein heutiger Startpunkt. Wie sich die Umgebungs-Sterne im Dreieck um Tau CMa scharen ist im Teleskop bei mittlerer Vergrößerung ein besonders hübscher Anblick.
Gesehen wurde er erstmals von Hodierna 1654. Allerdings wurde dessen Entdeckung vergessen und erst William Herschel beschrieb ihn 1785 erneut. Der Haufen enthält ca. 60 Sterne und ist mit 25 Mio Jahren sehr jung. Er ist vielleicht deshalb auch noch mit Nebelmassen assoziiert. Der hellste Haufenstern ist Tau CMa mit 4,39mag und Spektraltyp O8. Hochgerechnet auf die Distanz des Sternhaufens von 5000 Lj ergibt sich, dass Tau CMa einer der hellsten Supergiganten am Himmel ist mit einer absoluten Helligkeit von -7. Das ist 50.000 mal so hell wie die Sonne.

Während die Aufnahmen für NGC 2362 liefen, beguckte ich mir im 10x50 schon die nächste Station. M 93 erscheint als diffuser, aber unübersehbar heller Fleck nordwestlich des weiten Doppelsternes Xi Puppis. M93 gehört zu den kleineren offenen Sternhaufen. Seine Sterne wurden als dreieckig angeordnet beschrieben, aber auch in der Fom eines Schmetterlings oder Seesternes gesehen. Ich konnte nix davon wirklich erkennen, auffällig ist aber die extreme Häufung von Doppelsternen. Bei 60facher Vergrößerung fand ich den Haufen am besten. Zu M 93 gehöhren mindestens 80 Mitglieder, die über ein Gebiet von 22 Bogenminuten verstreut sind. Das entspricht einer linearen Ausdehnung von 20 bis 25 Lichtjahren. Die hellsten Sterne von M93 sind blaue Riesen des Spektraltyps B9. Das Alter des Haufens wird auf etwa 100 Millionen Jahre geschätzt.

M 46 im Sternbild Puppis war das erste Objekt, daß Messier entdeckte, nachdem er die erste Ausgabe seiner Liste veröffentlicht hatte, (M1 - M45) - am 19. Februar 1771, drei Tage nachdem er sie der Akademie präsentiert hatte. Der Haufen erscheint sehr sternreich, ist besonders hübsch im 40mm Okular, allerdings dann teilweise nicht aufzulösen. Er zählt etwa 150 Sternen von 10 bis 13mag. Die Gesamtzahl der Sterne geht aber möglicherweise über 500. Die hellsten Sterne gehören zu der Spektralklasse A0, jeder von diesen ist 100 Mal leuchtkräftiger als die Sonne. Die deutet ein Alter von etwa 300 Millionen Jahren an. Die Sterne sind über ein Gebiet etwa des Vollmonddurchmessers verstreut, was einer linearen Ausdehnung von etwa 30 Lichtjahren entspricht. Im 10x50 ist der nahe M47 auffälliger und M46 kann dadurch leicht übersehen werden. Der eigentlich Grund, warum ich M46 heute nochmal auf der Tour-Liste hatte, war NGC 2438. Der planetarische Nebel steht scheinbar an der Grenze von M46. Er ist jedoch kein Mitglied des Haufens, sondern ihm entweder überlagert oder vielleicht ein vorbeiziehender "Gast". Trotzdem macht die Kombination von Nebel und Sternhaufen ein besonders reizvolles Bild aus. Bei meiner letzten Aufnahme mit nur 200mm Brennweite, war der planetarische Nebel nicht zu sehen, bei 1m Brennweite ist er aber ein leicht zu fotografierendes Objekt.

NGC 2539 steht ebenfalls im östlichen Bereich des Sternbildes Puppis. Der Sternhaufen ist hell und im 10x50 Fernglas deutlich. Leicht zu finden ist er außerdem, da er im Sucher am 4,7mag hellen 19 Puppis quasi dranklebt. Er erscheint 2:1 elongiert in Richtung WNW/OSO mit einer Anzahl von vielleicht 50 Sternen der Helligkeit 9 bis 14mag.

Noch ein Stück nördlicher, an der Grenze der Sternbilder Hydra und Monoceros steht das Messier Objekt mit der Nummer 48. Auch dieser Haufen war im 10x50 Feldstecher einfach zu sehen. Mit 50x30 Bogenminuten ist er ein großes Objekt mit deutlichem Zentrum, umgeben von einem Sternhalo. Auch hier bot einerseits das 40mm Okular einen großartigen Anblick von funkelndem Sternstaub, andererseits waren bei 100fach interessante Sternketten und -gruppen im Zentrum zu beobachten.

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