2003-Jan-15

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 20:00-22:00MEZ
Seeing: -
Grenzgröße: 3.4mag
Beobachtungsgerät: Sihtu (Refraktor 80/400) auf EQ-5 als Sucher, 200mm Tele(1:4) plus Alpha Mini
Thema: Offene Sternhaufen Tour durch den Winterhimmel

Was tun, wenn der Mond in wenigen Tagen voll ist, die Himmelstransparenz nicht allzu gut ist und das Seeing ziemlich schlecht? Auf Offene Sternhaufen Jagd gehen! All diese Probleme plus Stadthimmel, machen gerade die offenen Sternhaufen des Winterhimmels zu Paradeobjekten. Ich hab mir eine kleine Sternhaufen-Rundreise zusammengestellt, beginnend bei M 41 im Großen Hund. Wegen der Großflächigkeit vieler dieser Objekte, benutzte ich visuell heute den kleinen 3 Zöller. Die Alpha Mini sitzt samt Teleobjektiv im Sucherschuh des Refraktors, der mit gut 3° Gesichtsfeld eigentlich schon selbst ein Sucher ist.

Die Reise geht bei M 41, südlich des Sirius los. Leider war der Himmel doch sehr aufgehellt, so dass M41 nicht ganz den üblichen schönen Eindruck hinterließ. Am Besten gefällt er mir mit dem 11x80 Fernglas unter dunklem Himmel, da kann man den 2500Lj entfernten Sternhaufen auch schon mit freiem Auge entdecken.

Handelt man sich auf der Höhe von Sirius bleibend langsam nach Osten weiter, kommt man in die Wintermilchstraße des Sternbildes Puppis und zu M47. Die Sterndichte steigt ziemlich an und aufgrund der Nähe zur galaktischen Scheibe häufen sich die Objekte. M47 ist bei gutem Himmel mit bloßem Auge als Sternknoten zu erkennen, im Teleskop wirkt er ziemlich verstreut - wenige aber helle Sterne kennzeichnen ihn.

M46 steht sehr nah östlich bei M47 - als reicher Haufen mit 50-70 Sternen um 11mag. Die relative Schwäche erklärt sich auch aus der Entfernung, M47 ist 1800Lj entfernt, M46 mehr als dreimal soweit. Leider war heute keine Sichtung möglich! Der Himmelshintergrund war eindeutig heller als 11mag.

M 50 im Sternbild Monoceros ist ein schön konzentrierter, recht heller, kleiner Sternhaufen. Schwierig ist die Suche, da außer dem etwa 5° südwestlich stehenden Theta CMa kein heller Stern in der Gegend ist. Ich brauchte drei Anläufe von Sirius aus, um ihn zu finden - zusätzlich sorgt die Sternenvielfalt der Milchstraße für Verwirrung. Im 5 Zoll Refraktor sind die rund 100 blau-weißen Sonnen von M50 ein Glanzlicht am Winterhimmel.

Die vorletzte Tour-Etappe bildete NGC 2264, noch im Sternbild Monoceros gelegen, jedoch schon nah an der Grenze zu den Zwillingen. Zu finden ist er relativ leicht von Xi Gem aus. Der 3.4mag Stern steht unweit nördlich - die Schultersterne des Orion weisen zusätzlich genau die Richtung. Im kleinen Refraktor war die Form des Weihnachtsbaum-Haufens sofort schön erkennbar. Der Fuß ist der helle Stern in der Mitte 15 Monocerotis mit 4.65mag - ein interessantes Mehrfachsystem für größere Optiken. Im Haufen gibt es außerdem interessante Reflexionsnebel (Konusnebel, etc., siehe SuW 1/2003)

Das Reiseziel ist erreicht, ein Blick auf den wie immer fantastischen Orionnebel beendet die Sternhaufen Tour. Selbst unter diesem schlechten Himmel gibt M42 noch ein sehr ästhetisches Bild im Teleskop ab. An offenen Sternhaufen findet man hier NGC 1981 und den im Fernglas recht nett anzusehnden "Running Man" Asterismus

Ist schon erstaunlich wie unterschiedlich in Form, Größe und Aussehen jeder Sternhaufen ist und dadurch sein völlig eigenständiges und unverwechselbares Erscheinungsbild hat.

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