2002-Dez-01

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 22:00-24:00MEZ
Seeing: -
Grenzgröße: 4mag
Beobachtungsgerät: Dhara (Refraktor 120/1000) auf EQ-5, Alpha Mini im Fokus bei 1m Brennweite
Thema: Umgebung Orion

Nach tagelang anhaltendem Nebel, tat sich heute gegen 22:00Uhr endlich wieder mal was Positives. Der Himmel wurde zunehmend besser, kein Skybeamer war zu sehen, die Scheinwerfer der Baustellenbeleuchtung beim Krankenhaus waren diesmal Richtung Stadt gewandt und auch die Himmelstransparenz war recht gut. Ich versuchte daher einige Objekte in der Umgebung des Himmelsjägers zu fotografieren und startete mit dem zweiten Versuch den Flammennebel zu fotografieren. Um Belichtungsprobleme zu vermeiden versuchte ich den 1,7mag hellen Alnitak aus dem Blickfeld zu drehen - hab´s aber übertrieben, denn nun war das Hauptmotiv leider nur mehr zur Hälfte drauf. Das Bild wurde daher ins Privatarchiv verbannt. Visuell war NGC2024 nicht wahrzunehmen.

Unweit nördlich des Flammennebels liegt M78 (NGC2068). Mit einer Ausdehnung von ca. 7' und einer Helligkeit von 8mag ist der 1200-1600Lj entfernte Refelxionsnebel auch visuell ein einfaches Objekt. Reflexionsnebel befinden sich seitlich von hellen Sternen oder hinter diesen. Sie reflektieren das Licht der Sterne und heizen sich dabei auf rund 100 K auf. Weil die interstellaren Staubkörner kurzwelliges Licht wesentlich stärker streuen als langwelliges, erscheint das reflektierte Licht dieser Wolken auf Farbaufnahmen bläulich. Reflexionsnebel sind in der Regel wesentlich schwächer, diffuser und mit weniger Details ausgestattet als Emissionsnebel. M78 ist hinsichtlich der Flächenhelligkeit der hellste seiner Art.

Der Anblick von M78 ähnelt entfernt einem Kometenkopf, die beiden hellen Sterne im Nebel sind gut sichtbar, in der Umgebung bfinden sich wenige Sterne - scheinbar abgeschwächt durch den Nebelkomplex. Strukturen konnte ich keine ausnehmen. M78 sollte eigentlich hell genug sein, um ihn auch im Fernglas zu sichten.
Entdeckt wurde der Nebel 1780 von Méchain und noch im gleichen Jahr beobachtete ihn auch Messier. In ca.1600 Lichtjahren Entfernung entspricht der scheinbare Durchmesser des Nebels nur rund 4 Lichtjahren. Allerdings gehört der Nebel zu einem viel größeren Teil einer Molekülwolke (LD 1630), die wiederum auch nur Teil des gigantischen Orionkomplexes ist. Die beiden helleren Sterne HD 38563A und HD 38563B, beide mit rund 10 mag, liefern den Hauptanteil des gestreuten Lichtes. Genauere Untersuchungen zeigten weitere 45 massearme Sterne, die in und um M 78 verteilt sind.

M79 im Sternbild Hase ist ein Kugelsternhaufen weit außerhalb der Milchstraße - die Auflösung daher dementsprechend schwer (Entfernung 40.000Lj). Visuell war ein recht heller, rundlicher, diffuser Fleck ohne Konzentration zur Mitte hin erkennbar.

Der offene Sternhaufen M41 liegt wenige Grad südlich von Sirius, dem hellsten Stern am Himmel. Er besteht aus etwa 100 Sterne, inklusive mehrerer roter Riesen, wobei der hellste eine scheinbare Helligkeit von 6.8mag besitzt. Die roten Riesensterne sprechen für ein hohes Alter des etwa 2500Lj entfernten Sternhaufens. M41 besitzt einen Durchmesser von ca. 26 Lichtjahren und entfernt sich von der Erde mit einer Geschwindigkeit von 34 km/s. M41 ist visuell im 30,8mm Übersichtsokular recht schön, allerdings geht auch hier schon der Haufencharakter verloren. Eindeutig besser sieht M41 im Fernglas aus.

Diese Seite ist Teil eines [Framesets]