2002-Nov-23

Ort: Wiener Neustadt
Zeit: 19:00-20:30MEZ
Seeing: -
Grenzgröße: 3,6mag
Beobachtungsgerät: Dhara (Refraktor 120/1000) auf EQ-5, Alpha Mini im Fokus bei 1m Brennweite
Thema: Sculptor Galaxie NGC 253 (Galaxie im Bildhauer, "Silver Coin" lt. RASC Observer's Handbook)

Die Baustellenbeleuchtung beim Wiener Neustädter Krankenhaus hat nun Konkurrenz durch einen Skybeamer erhalten. Hoffentlich ist das Ding nur am Wochenende aktiv. Die daraus resultierende Grenzgröße liegt nur noch bei 3,6mag. Die Horizontdurchsicht erscheint mir aber heute trotzdem recht gut und beta Cetus erreicht in den Abendstunden seine größtmögliche Höhe. Daher rechne ich mir eine geringe Chance aus die südlich von beta Cetus stehende Galaxie NGC 253 zu sehen und zu fotografieren. Die Deklination ist mit -25,59° zwar recht tief - die Galaxie steht max. ca. 20° über dem Horizont, dafür ist sie ziemlich hell (7,5m/13m pro Quardarbogenminute) und mit 25' in der Längsrichtung sehr groß.

Fotolink NGC 253

Visuell war die Galaxie auch bei größter Konzentration nicht auszunehmen. Die etwas nördlicher stehende und schwächere Galaxie NGC 247 konnte ich daher auch nicht erkennen.

Ein Sternfreund aus den USA vermerkt zur visuellen Beobachtung: I failed to see the galaxy from my Shelby Township back yard with my 8-inch newtonian telescope during two attempts in 1986 and 1988. I was barely able to make it out with the same equipment during 1989, describing it as a "very faint 15' by 5' glow". I noted that the center of the galaxy was just 10' south of a pair of 8th magnitude stars.

A 1990 trip to my Imlay City observing site with the same equipment made NGC 253 grow into a "very bright 25' by 6' glow running northeast to southwest". I noted a couple of 12th magnitude stars superimposed. The galaxy showed a moderately even glow, being only slightly brighter in its central bulge. The northern edge of the galaxy was sharply cutoff rather than fading gradually to the black of the sky, which suggested to me that a dust lane was cutting its light off abruptly. The entire surface of the galaxy showed a slightly mottled texture. Remember that this observation was made using the same equipment as my Shelby Township sightings which showed much less detail, but it was made under dark skies.

NGC 253 liegt etwa 10 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Bildhauer (Sculptor). Sie ist das größte Mitglied der "Sculptor-Galaxien-Gruppe", die ihrerseits wieder das nächstgelegene Mitglied unserer Lokalen Gruppe ist. Die "Sculptor-Gruppe" liegt im Bereich des galaktischen Südpols, weswegen man auch den Namen "South Polar Group" verwendet.

NGC 253 gilt als ein Paradebeispiel für sogenannte "Starburst Galaxien", in denen eine außergewöhnlich heftige Sternentstehung stattfindet, die man durch die hohe Abstrahlung im infraroten Licht, die vom warmen Staub erzeugt wird, nachweisen kann. Wegen der relativen Nähe zu unserer eigenen Milchstrasse kann hier besonders gut die Gasdynamik im Kernbereich und in der Scheibe studiert werden. Hier untersucht man z.B. auch das diffuse ionisierte Gas (DIG), einem erst seit kurzem bekannten Zustand des interstellaren Mediums. Den Durchmesser schätzt man auf 70.000 Lichtjahre (etwas kleiner als die Milchstrasse) und ihre Gesamtmasse auf 46 Milliarden Sonnenmassen.

Entdeckt wurde NGC 253 von Caroline Herschel am 23. September 1783 ... " with an excellent small Newtonian Sweeper" of 27 inches focal length and a power of 30 (William Herschel's Beschreibung). William nahm die Galaxie in seinen Katalog als "No. V.1" auf.

Chemische Fotografie: Der gesamte Galaxienkörper hat ein viertel Grad Ausdehnung. Damit liegt er in Reichweite normaler Teleobjektive. Schon bei 85mm Brennweite erscheint die Galaxie deutlich und lanzettenförmig. Die auffälligen Staubstrukturen werden bei 500mm Brennweite sichtbar. Mit 1000mm Brennweite können eine Vielzahl von Dunkelwolken und mit 2 Meter sogar HII-Regionen und einzelne Sternassoziationen fotografiert werden. Lohnenswert ist der Einsatz von Farbfilmen - der stark differenzierte Galaxienkörper bietet eine reichhaltige Auswahl an verschiedensten Farbtönungen.

P.S: Helixnebel diesmal visuell kein Problem dank des UHC Filters.

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