2002-Mai-16

Ort: Pitten, Franz Grubers Garten
Zeit: ca. 22:30-00:30
Seeing: 2 (1-5)
Grenzgröße: ~5,2
Beobachtungsgerät: Chandra 200/800 Dobson
Thema: Ikeya-Zhang II

Heute bezog ich ohne bestimmtes Beobachtungsziel Franz´ Garten in Pitten, wo schon rege Betriebsamkeit herrschte als ich um 22:30 ankam. Ikeya-Zhang war im Starefire eingestellt und konnte gemeinsam mit M13 im selben Gesichtsfeld bewundert werden - ein atemberaubendes Erlebnis. Natürlich lockte auch ein Blick durch die leistungsstarken Miyauchis von Claudia und Franz. Mein Dobson war schnell dazu gestellt und es bot sich ein Röhren-Vergleich an. So nahm ich auch M13 aufs Korn. Hier zeigte sich vor allem wie fantastisch das 40mm 2" Okular am Starfire ist. Denn beide Objekte auf einmal waren mit dem 200/800 unmöglich. Der 8 Zöller in Kombination mit einem 6,3mm Plössl ließ M13 zum formatfüllenden Schmuckstück am Nordhimmel werden. Aufgelöst bis weit in die Kernregion hinein bot der 25000Lj entfernte Kugelsternhaufen ein faszinierendes Bild. Der Komet selbst präsentierte sich mit sehr hellem Kern (heller als M13 im Vergleich) und fast kreisrund, visuell etwas kleiner als der KS. Beide Objekte waren von der Ästhetik des Anblicks her vielleicht im 25/100 Miyauchi am besten. Weil der Himmel so schön war wurde auch ohne Hilfsmittel reichlich geguckt, zwischendurch ließ ich M65/66 durchs Okular des Dobson wandern, ebenso wie den KS M53 (Coma) und die Virgo-Galaxien M58, M59 und M60.

Erstaunlich war für mich - der ich üblicherweise mit einem Wiener Neustädter 3,5mag Himmel gesegnet bin - einmal mehr wie einfach viele Objekte bei Franz in Pitten zu sehen sind. Der Coma Berenice-Sternhaufen (Mel111) war als glitzernde Wolke ohne Optik wunderbar zu sehen. Erst hier erkennt man, dass der Name des Sternbildes Sinn macht. Bei aufgehelltem Himmel gibt´s nämlich - genau wie auf meinem Schädel - keine Haare.
Weil der Skorpion langsam über der Pittener Bergkirche aufging, gönnten wir uns noch einen Blick durch das 25/100 auf M4, wobei mir bei der Suche zufällig auch noch M19 ins Auge fiel.

Um 00:30 zog ich ab, Franz hat bis dahin schon versucht den Kometen auf Film zu bannen und fotografierte wohl noch bis in die Morgenstunden weiter. Hut ab vor seinem Enthusiasmus - die Ergebnisse werden die durchwachten Nächte sicher belohnen.

Ein paar Sternschnuppen konnten wir auch sichten - eine flog mir sogar durchs Teleskop als ich im Löwen rumdobste (nix passiert :-). Könnten ein paar Nachzügler der h Aquariden gewesen sein (Halley) - aber eigentlich wird deren Ende im Karkoschka mit 10. Mai angegeben. Vielleicht waren´s aber auch Schnuppen aus der diffusen Quelle der Sagittariden, die eine Häufung sporadischer Meteore in der Ekliptik darstellen und scheinbar keinem klar definierten Mutterkörper angehören (genaueres in SuW 6/2002 S50).

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