2002-Mai-13

Ort: Wiener Neustadt, Balkon
Zeit: 22:00-23:30
Seeing: - (1-5)
Grenzgröße: ~4.0
Beobachtungsgerät: Chandra 200/800 Dobson Newton
Thema: Virgo/Coma

Heute war endlich die richtige Gelegenheit mit dem 8" durch den Virgo-Haufen zu dobson. Wie bereits erwähnt ist dieser völliges Neuland für mich und so habe ich mir vorher schon die oben eingetragene Starhopper-Route überlegt (der schwarze Fleck im rechten oberen Bildeck ist kein Stern mit -5mag, sondern der Gesichtsfelddurchmesser mit dem 30,8mm Oku :-).

Zuerst wurde epsilon Virgo mit dem Starpointer eingestellt und da ich schon länger nicht mit der Dobson-Monti beobachtet habe, übte ich zunächst ein Gesichtsfeld nach rechts schwenken...wieder zurück...zwei Gesichtsfelder...wieder zurück usw. Das ganze ungefähr 10 Minuten lang, um ein genaues Abstandsgefühl beim Bewegen der Montierung zu bekommen. Die Teflonmatten lassen das Rohr sehr sanft bewegen und nach besagten 10 Minuten fühlte ich mich ziemlich sicher und verwachsen mit dem Dobson. Also stakste ich los und umkurvte die Galaxie NGC4762 auf dem Weg zu M60 und M59. Beide Galaxien waren zunächst unsichtbar, nachdem die Dunkeladaption aber etwas besser wurde, konnte ich beide wahrnehmen. M60 schwierig im 30,8mm Okular, eindeutig im 17er Plössel. Kurze Rast für die etwas angestrengten Augen und weiter zu M58. Auch hier zunächst nichts zu sehen - im 17er kam die Galaxie dann sehr zart zum Vorschein. Groß, rundlich, an der Sichtbarkeitsgrenze. Ich fand sie schließlich dadurch, dass ich das Teleskop ganz leicht um den Ort der Galaxie hin und her bewegte. Nun ging´s nordwärts zu M89, die etwas leichter zu erkennen war, aber viel kleiner ist, sodass ich sie beinahe für einen Stern gehalten hätte. Nächste Station M90....alle Tricks probiert...nichts gesehen.

Der Weg führte zurück zu M89 und von da aus zu M87. Die war nachträglich gesehen das leichteste Objekt, allerdings war nur der Kernbereich zu sehen und kein Halo. Die Strecke zu M86/M84 verzeichnet im Karkoschka keine Sterne, die man als Positions-Lichter verwenden könnte, dafür ist der Weg aber nicht weit - nur etwas mehr als ein Gesichtsfelddurchmesser. Beide Galaxien waren im 30,8mm nicht zu erkennen, im 17er Plössel bei indirektem Schauen aber eindeutig; auch nach mehreren Anläufen schwierig bei direkter Draufsicht.

Von M86/M84 aus war M99 problemlos zu erreichen, der Kern war gut zu sehen. M98 blieb wie M90 unsichtbar, dafür zeigte sich M100 eindeutig länglich-flächig. Die Müdigkeit machte mir langsam zu schaffen (ich hatte einen 12 Stunden Arbeitstag hinter mir), trotzdem dobste ich noch weiter zu M88 und M91, die ich beide wie M86/M84 per indirektem Schauen erkennen konnte. Viele Galaxien waren in ihrer flächigen Ausdehnung erkennbar, besonders hübsch fand ich letztlich den Anblick von M86 und M84. Ansätze von Spiralarmen oder Strukturen innerhalb der Kernbereiche oder Halos konnte ich bei keiner Galaxie wahrnehmen (wundert mich aber bei einem 4mag Himmel nicht).

Schießlich suchte ich noch alpha Coma Berenice auf, um von da aus M53 zu beobachten. Trotz der hohen Lage, ließ sich die Dobsonmontierung auch hier feinfühlig bewegen und M53 war schnell eingestellt. Sehr hell im 17er Plössel, graupeliger Halo, nicht besser mit dem 6,3mm Plössel.

Fotolink Virgohaufen

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