2001-Sep-28

Ort: Balkon
Zeit: 19:30-20:30
Seeing:
Grenzgröße: 3.5m
Wetter: Sehr klarer Himmel, wenige Wolken
Beobachtungsgerät: 11x80
Thema: Oph - M9, M10, M12, M14

Mars ist wieder ein deutliches Stückchen weiter nach Osten gewandert. Stand er am 20. September noch auf der Linie delta-gamma Scr "am Ende des 3. Viertels dieser Strecke als dominierender Lichtpunkt nahe einem kleinen Dreieck aus gleich hellen Sternen", so fand ich ihn heute etwas oberhalb der Strecke sigma-phi Scr, mit der er ein flaches Dreieck bildete (er stand dabei etwas näher bei sigma).

Da zur Zeit Ophiuchus (der Schlangenträger) gut sichtbar im Westen steht, versuchte ich mich an den darin befindlichen Messiers. Für den 11x80 ist M9 aus der Stadt kein leichtes Objekt. Außerdem liegt M9 schon ziemlich tief über den hell erleuchteten Nachbarblocks. Nun ist der Ort von M9 nahe bei eta Oph schnell gefunden. Er ist außerdem von zwei Sternen mit ca. 7m umgeben. Dazwischen stehen ein Stern mit 8m und der KS. Das ganze sieht ungefähr so aus: ° . . ° der linke Punkt ist dabei der 8m Stern, der rechte Punkt ist M9.

Ich brauchte einige Minuten zur Dunkeladaption (Tuch über Kopf und Fernglas gestülpt um störendes Streulicht abzuhalten - sieht komisch aus, ist aber schön warm). Dann sah ich den 8m Stern und fast gleichzeitig tauchte M9 als zweiter Punkt auf. Ich nehme an, dass bei besserer Grenzgröße auch im 11x80 die flächige Ausdehnung (5´) sichtbar wird, aber heute nur der Kern des KS auszunehmen war (M9 habe ich auch schon früher im 11x80 gesehen, aber leider das Erscheinungsbild nicht festgehalten.

Um M12 zu finden, brauchte ich mehrere Anläufe. Blöderweise verzeichnet nämlich das Aufsuchkärtchen im Karkoschka aufgrund seiner Orientierung weder die helleren Sterne delta noch epsilon oder lambda Oph. Trotzdem gelang es schließlich durch Entfernungsschätzungen von diesen drei Sternen aus. M12 ist klein, mit schwachem Kernbereich. Ist M12 im Glas, ist auch M10 schnell gefunden. Das Gesichtsfeld des 11x80 ist so groß, dass beide KS bequem gleichzeitig sichtbar sind. M10 ist deutlich heller mit dichterem Kern, allerdings nicht größer als M12. Recht deutlich war auch M14, hier schien die etwas größere Höhe mitzuhelfen. Der Himmel wird grade aus der Stadt bei jedem Stückchen Aufwärtsbewegung deutlich dunkler.

Den Schluss bildeten IC 4665, der besonders im ganz schwach vergrößernden Fernglas hübsch ist und Barnards Stern. Hier bietet Karkoschka auf Seite 83 eine sehr schöne Aufsuchkarte, bei der ein weiteres Kärtchen die genaue Umgebung von Barnards (Pfeil)Stern zeigt. Leider kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob ich ihn wirklich hatte. Wenn ja, dann nur phasenweise und an der äußersten Grenze der Sichtbarkeit.

Ziemlich genau in der Hälfte der Linie eta-zeta Oph steht zur Zeit Pluto. Da hab ich mich heute ziemlich oft drüberbewegt. Aber mit unter 13m ist Pluto natürlich viel zu schwach für eine Sichtung.
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Kurzer Nachtrag: Gestern ein gebrauchtes Stativ um Euro 25.- erstanden (Velon). Habs zerlegt, gefettet und wieder zusammengebaut. Es hat einen sehr stabilen Stativkopf, der sich abschrauben lässt und ist daher für die Kameramontage an der EQ5 oder als Piggiback-Montierung gut geeignet. Außerdem trägt das Ding mein 11x80 ohne murren und wackeln und lässt sich zudem ganz sanft nachführen.

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