2001-Apr-24

Ort: Balkon in Wiener Neustadt (Aussicht Richtung Süd und Westen, direkt über die Stadt)
Zeit: 21:00-22:00(MSZ)
Seeing: Mittel
Grenzgröße: 3,6mag
Wetter: Windig, ca. 15°C
Beobachtungsgerät: 8" f/4 Soligor Newton auf Dobsonmontierung, 9x63
Thema: Eskimonebel (Querverweis 2000-Mai-19)

Die Zwillinge sind nun von meinem Balkon aus in optimaler Lage zu sehen, darunter ist noch der obere Teil des Orion auszumachen. Saturn steht schon sehr tief, aber im Feldstecher ist er im Umfeld der Hyaden recht hübsch anzusehen. Jupiter steht etwas höher und ist bis 22:00 noch über dem Horizontdunst. Nahe den Zwillingen steht das Sternbild Canis Minor, dessen zwei hellere Sterne problemlos zu sehen waren, g CMi mit 4.3mag war allerdings im Stadtlicht bereits zu schwach. Oberhalb von CMi steht der Krebs, von dem nur b gut zu erkennen war, i und d konnte ich auch bei längerem indirekten Schauen nicht sicher identifizieren. Die beiden helleren Sterne im Kopf der südlich gelegenen Hydra waren auch einfach zu sehen (Kragen und erster Halsstern).

Krebs/CnC - M44
M44 war schon im 6x30 Sucher sehr schön, im Teleskop bei kleinster Vergrößerung (30,8mm Okular/26fach) fast schon zu ausgedehnt.

CnC - Doppelsterne
Der Doppelstern z konnte einfach getrennt werden (6.2"), die Doppelnatur des helleren Sternes (5,6m/6,0m 0.9") konnte ich aber nicht wahrnehmen. Hier ist auch meine - ansich recht gute - selbstgebaute Dobsonmontierung einfach nicht geeignet. Will ich einen Stern länger bei hoher Vergrößerung im Auge behalten, geht das einfach nicht ohne dauerndes Nachschieben, sodass kaum ein ruhig - konzentriertes Schauen möglich ist.

Das Gebiet um i Cnc ist auch interessant. Drei Doppelsterne befinden sich hier auf engem Raum. r war schon im Sucher doppelt (6,0m/6,3m 273"), i Cnc selbst war mit 30.5" ebenso einfach und auch bei kleinster Vergrößerung keine Herausforderung - hübsch auch wegen des Farb- und Helligkeitsunterschiedes. Im Dreieck dazu steht noch der Stern 57 Cnc. Ein Doppelstern mit 1,5" Abstand. Eigentlich ideal wegen der fast gleichen Komponentenhelligkeiten von 6.0m und 6.3m. Ich konnte ihn aber trotzdem nicht trennen, obwohl das Teleskop das locker hätte leisten müsste. Möglicherweise war das Seeing schuld.

Zwilinge/Gem
Der Eskimonebel NGC2392 steht unweit von d Gem. Im Sucher waren die meisten Sterne der Ausschnittsvergrößerung des "Atlas für Himmelsbeobachter" von Karkoschka zu sehen, bei kleinster Vergrößerung der Nebel aber nicht. Erst bei 80fach kam der Nebel sehr schön hervor, höher vergrößern brachte keine weitere Verbesserung. Bei indirektem Sehen kam mir der Rand etwas heller vor als die Fläche zur Nebelmitte hin. Bei direktem Hinsehen konnte ich phasenweise den Zentralstern (10.5m) sehen, der Nebel verschwand dann aber.

NGC 2392 ist fast kreisrund und sieht auf Fotos größerer Teleskope tatsächlich aus wie ein Eskimo mit Fellmütze. Entsprechend passend ist der Name, der ihm verliehen wurde. Er liegt in einer Entfernung von etwa 1360 Lichtjahren und hat dabei eine Ausdehnung von lediglich 0,8x0,7 Bogenminuten am Himmel. Das ist nur unwesentlich mehr als uns der Planet Jupiter bei geringstem Abstand erscheint (ebenfalls 0,7 Bogenminuten). Der Nebel hat eine Helligkeit von 8,5 mag und besitzt einen Zentralstern von 10,5 mag.

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